Deep Purple Biographie

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Biographie Deep Purple

Deep Purple


Deep Purple [1] ist eine im April 1968 gegrĂŒndete englische Rockband, die mit ihrem vom Klang der Hammond-Orgel, von markanten Gitarrenriffs und -soli, sowie einer soliden Rhythmusarbeit geprĂ€gten Stil zu den ersten und einflussreichsten Vertretern des Hard Rock zĂ€hlt.In Beat Instrumental im November 1970: „Deep Purple, since their formation from the debris of the Artwoods, Lord Sutch and others have become increasingly recognized as one of the most progressive and forceful of all British hard-rock bands.“ Zu ihren bekanntesten Songs zĂ€hlen Smoke on the Water, Black Night, Woman from Tokyo, Child in Time, Highway Star und Hush. Insgesamt verkaufte sie weltweit ĂŒber 100 Millionen Alben. ilikemusic over 100 million albums

Bandgeschichte

Die Bandgeschichte war von hĂ€ufigem Personalwechsel geprĂ€gt, so dass sie in den bisher dreißig aktiven Jahren zumeist nur wenige Jahre aus denselben Mitgliedern bestand. Die verschiedenen Besetzungen werden hĂ€ufig mit der vorangestellten englischen Bezeichnung „Mark“ (Mk) durchnummeriert.

GrĂŒndung und erste Erfolge

Deep Purple entstand, nachdem die Londoner GeschĂ€ftsleute Tony Edwards und John Coletta 1967 beschlossen, in eine Rockband zu investieren, und Jon Lord mit der GrĂŒndung einer Rock-Gruppe beauftragten. Aus der Band Roundabout, welche sich damals aus Ritchie Blackmore, Jon Lord von den Flowerpot Men, Chris Curtis (Gesang, ex-Searchers-Schlagzeuger), Dave Curtiss (Bass) und Bobby Woodman (Schlagzeug) zusammensetzte, bildete sich im April 1968, nach dem Ausscheiden von Curtis, Woodman und Curtiss, Deep Purple. Die Besetzung war vorher durch Rod Evans (Gesang), Ian Paice (Schlagzeug) (beide ex-The Maze) sowie Nick Simper (Bass) vervollstĂ€ndigt worden. Siehe auch CD-Booklet von "Shades Of Deep Purple - The Deep Purple Remastered Collection" (2000) mit der GrĂŒndungsgeschichte von Simon Robinson verfasst.

Auf den neuen Namen Deep Purple kam die Band nach einer kurzen Tour durch Skandinavien. Der Name lĂ€sst sich zwar aus dem Englischen als „tiefes Purpur“ ĂŒbersetzen und gilt dort als Slangbegriff fĂŒr LSD,http://www.tk-online.de/centaurus/generator/tk-online.de/dossiers/sucht/08__lsd/02__lsd/lsd__nav.html tatsĂ€chlich bezieht sich der Name jedoch auf den Song When the Deep Purple Falls von Peter DeRose.

Die Band spielte in der Mark-I-Besetzung drei Alben ein.

Das DebĂŒtalbum Shades of Deep Purple aus dem Jahr 1968 zeigte eine Mischung verschiedener musikalischer AnsĂ€tze, die mit der „typischen Deep-Purple-Musik“ der 1970er Jahre noch wenig Verwandtschaft zeigt. Das Album selbst wurde innerhalb von nur drei Tagen aufgenommen. Der noch an der Popmusik der Beatles orientierte Sound war in seiner „HĂ€rte“ fĂŒr die damalige Zeit teilweise ungewöhnlich. Er wird daher von Kritikern als Grundlage fĂŒr die Entwicklung des Hard Rocks und spĂ€teren Heavy Metals angesehen.http://www.allmusic.com/cg/amg.dll?p=amg&sql=10:qmfozffheh4kDas Album enthĂ€lt neben eigenen Songs auch einige Coverversionen, unter anderem Help! von den Beatles, Jimi Hendrix' Hey Joe und das von Joe South geschriebene Hush. Mit Letzterem hatte die Band ihren Durchbruch in den USA, wo die Single Platz 4 der Charts erreichte. Am 6. Juli trat die Band im Vorprogramm der Byrds erstmalig auf britischem Boden auf.

Noch im gleichen Jahr wurde das zweite Album The Book of Taliesyn veröffentlicht, das teilweise auch Merkmale des Progressive Rock, sowie die spĂ€ter oft verwendeten klassischen Zitate aufweist (hier in einer Kurzversion von Beethovens zweitem Satz seiner siebten Sinfonie in Exposition). Ein Beispiel fĂŒr die Verwendung klassischer Instrumente und Formen ist der Mittelteil von Anthem, in dem ein vierstimmiges Fugato der Streicher erklingt. Kritiker wie die Zeitschrift Disc & Music Echo lobten, obwohl sie auf dem „leicht enttĂ€uschenden Album“ den wirklichen „Kick“ vermissten, den „Sinn der Band fĂŒr Dynamik, sowie die Verbindung instrumentaler Passagen mit bekannten Themen“ „Each track is well thought and well played but there is no real excitement there. [2] Perhaps the best thing about the group is their sense of dynamics and their ability to lead into familiar themes with unfamiliar and beautifully constructed instrumentals. This is demonstrated in ‚River Deep-Mountain High‘ which closes this slightly disappointing album.“ auf www.deep-purple.net. Nach der Veröffentlichung tourte Deep Purple als Vorgruppe von Cream, und danach auf „eigene Faust“, durch die USA.

thumb|center|550px|Die ersten beiden StimmeinsĂ€tze des Fugatos aus dem Titel „Anthem“

Das dritte, schlicht Deep Purple betitelte Album erschien 1969. Manche Songs, wie das zwölfminĂŒtige April, das eine Dreiteilung (Band – Orchester – Band) aufweist, verweisen wieder auf klassische Modelle und Ästhetik. Der Titel war einer der ersten der bald darauf beliebten „Rocksuiten“ von Progressive-Rock-Bands wie The Nice, Emerson, Lake and Palmer oder Genesis. Aus der Berliner Zeitung vom 3. April 2004:„Der Organist John Lord musste irgendwie seinen sinfonischen Druck loswerden und verschrieb der bis dahin unauffĂ€lligen Band eine so genannte Rocksuite, die noch viele und vor allem viel furchtbarere Rocksuiten unbefugter Epigonen nach sich zog. So gesehen ist dieses ‚April‘, mit dem die Mesalliance zwischen Rockinstrumenten und Orchester begann, die Sternstunde des kĂŒnstlerischen Niedergangs eines kompletten Genres; verhĂ€ngnisvoll fĂŒr die primitive Rockmusik aber in seiner Anmaßung auch wundervoller Kitsch.“ auf www.berlinonline.de

Erste Wechsel und wachsende PopularitÀt

Mitte 1969 wurden Evans und Simper durch den SĂ€nger Ian Gillan und den Bassisten Roger Glover ersetzt. Die beiden hatten zuvor schon mehrere Jahre lang in der Band Episode Six zusammen gespielt. Mit der Verpflichtung dieser Musiker entstand die Mk-II-Besetzung.

ZunĂ€chst standen primĂ€r Lord und seine Musikvorstellungen im Rampenlicht. Der klassisch ausgebildete Musiker hatte ein Werk fĂŒr Rockband und Orchester geschrieben, Concerto for Group and Orchestra, das gemeinsam mit dem „Royal Philharmonic Orchestra“ in der Royal Albert Hall unter der Leitung von Malcolm Arnold uraufgefĂŒhrt wurde. Es war einer der ersten Versuche, klassische und Rockmusik zu kombinieren. Obwohl das Projekt vom Publikum und Teilen der Kritiker wohlwollend aufgenommen wurde, waren einige Bandmitglieder, vor allem Blackmore, damit nicht zufrieden. Unter anderem aufgrund der Angst vor einem Imageverlust der Band wurde beschlossen, einen neuen Weg einzuschlagen.http://www.babyblaue-seiten.de/index.php?albumId=631&content=review

thumb|center|550px|Dialog zwischen Orgel und Gitarre im Titel Speed King

Das 1970 veröffentlichte Album Deep Purple in Rock kann als ein Wendepunkt in der Geschichte der Band gesehen werden. Es war das erste auch in Europa erfolgreiche Album. In Großbritannien erreichte es Chartposition vier und verbrachte in Deutschland gar zwölf Wochen auf Platz eins. Das Werk vereint die fĂŒr die Folgezeit typischen musikalischen Merkmale: Markante Hard-Rock-Riffs Blackmores, Lords klassische Kadenzen und Figuren, Gillans ekstatischen Gesang, sowie die in Titeln wie Speed King, Living Wreck und anderen Songs besonders live offen ausgetragene Konkurrenz zwischen Lords Orgel und Blackmores Gitarre Jon Lord: „Well, Ritchie is at least a very big friend of classical music. But on stage he knows how to hide this side of his personality. On stage the slogan is always: Whose fire is burning better this evening, his or mine?“ auf www.thehighwaystar.com. Diese Konkurrenz ist allerdings, hĂ€ufig in der Form eines Call-and-Response (wie im Notenbeispiel zu Speed King), musikalisch durchaus fruchtbar. Die harten Rockriffs von Blackmore haben sich nun definitiv durchgesetzt. Die klassischen Elemente erscheinen zunehmend als notfalls auch verzichtbare Zutat einer primĂ€r Hard-Rock-orientierten Musik. Auf der sicheren Basis von Paice und Glover entwickelte sich der Stil zu einer sehr rhythmusbetonten, geradlinigen Musik weiter.

thumb|center|500px| Bekannter Riff aus Smoke on the Water (mögliche Griffe in [3]]

Dieses Album bedeutete den endgĂŒltigen Durchbruch der Band und fokussierte internationale Aufmerksamkeit. 1971 grĂŒndeten die Musiker ihr eigenes Platten-Label Purple Records. Auch das im Vergleich zum VorgĂ€nger experimentellere Album Fireball und besonders Machine Head mit den heute noch live gespielten Titeln Highway Star und Smoke on the Water, die immer mehr von Blackmores Gitarrenspiel beeinflusst wurden, steigerten die PopularitĂ€t der Band. Neben Deep Purple In Rock zĂ€hlen diese zu den bedeutendsten Deep-Purple-Alben.http://www.allmusic.com/cg/amg.dll?p=amg&sql=10:1s120r8ac48z Machine Head enthĂ€lt auch den wohl bekanntesten aller von Deep Purple geschriebenen Songs, Smoke on the Water. Die Singleauskoppelung zu diesem Lied ist bis heute eine der meistverkauften der Bandgeschichte und zĂ€hlt zu den bekanntesten Rocksongs ĂŒberhaupt. Auf dem Live-Album Made in Japan stellte die Band Spielfreude und Improvisationsvermögen in gegenĂŒber den Studiotiteln teilweise doppelt so langen Versionen eindrucksvoll unter Beweis.

Da die Band sehr hĂ€ufig auf Tournee war, kam es zu Spannungen und Konflikten zwischen den Musikern. Zu den Aufnahmen von Who Do We Think We Are im Jahr 1973 gingen die Bandmitglieder getrennt ins Studio. ZunĂ€chst hieß es, man wolle die Band komplett auflösen, spĂ€ter wurden nur Gillan und Glover, vermutlich vor allem wegen der Differenzen mit Blackmore, ausgetauscht. Das Album hatte erstmals rĂŒcklĂ€ufige Verkaufszahlen und wurde von Kritikern weniger positiv als seine VorgĂ€nger bewertet.

Umbesetzung und Ausstieg Blackmores

Nachdem die Verpflichtung des Bad-Company-SĂ€ngers Paul Rodgers scheiterte Chris Charlesworth im Melody Maker am 14. Juli 1973 auf www.rocksbackpages.com: „‚Paul Rodgers was asked to join us, but there were just too many things in the way. Apart from just the contractual side of it, he told us he would be letting down too many people that he respects and admires.‘ Ian Paice told me last week, putting an end to the speculation that Rodgers would be Ian Gillan's replacement in the next version of Deep Purple.“, verpflichtete die Band den damals unbekannten David Coverdale. Als Bassist schloss sich der vormals bei der Band Trapeze aktive Glenn Hughes an, der Coverdale vor allem in den hohen Stimmlagen auch gesanglich unterstĂŒtzte. Die folgenden Aufnahmen fĂŒr Burn und Stormbringer waren Blues- und Soul-orientierter als ihre VorgĂ€nger. Es folgten die ĂŒblichen Promotion-Tourneen fĂŒr die beiden Platten.Bekannt ist ihr Auftritt beim California Jam am 6. April 1974, dem grĂ¶ĂŸten Deep-Purple-Konzert mit etwa 200.000 verkauften Karten, bei dem die Band gemeinsam mit Emerson, Lake and Palmer und Black Sabbath auftrat. Am Ende der Show zerstörte Ritchie Blackmore mehrere seiner Gitarren, demolierte eine Fernsehkamera und ließ seine Monitorboxen mit Benzin abbrennen.

1975 verließ Blackmore nach einigen Querelen die Band, um seine eigene Band Rainbow zu grĂŒnden.

Krise und Auflösung

Der Rest der Gruppe tat sich schwer, einen geeigneten Ersatz fĂŒr Blackmore zu finden, da dieser als GrĂŒndungsmitglied den Bandstil weitgehend geprĂ€gt hatte. Schließlich konnte man sich auf den von Coverdale vorgeschlagenen US-amerikanischen Fusion-Gitarristen Tommy Bolin einigen. Dieser hatte zuvor bereits unter anderem bei der James Gang und auf Billy Cobhams Album Spectrum mitgewirkt. Bolins ErneuerungsbemĂŒhungen waren nicht von Erfolg gekrönt: Das speziell in Hughes’ Bassspiel Ian Paice vergleicht den Stil von Glover und Hughes: „I’m thinking about when Roger (Glover) left and was replaced by Glenn Hughes who was a totally different type of bassist. Yes, well that's another matter. Glenn was a sort of funk/soul bass player and as a drummer that can leave you a lot less room.“ auf www.drummerworld.com und Bolins Rhythmusgitarre verstĂ€rkt auf Soul- und Funkelemente setzende Album Come Taste the Band erwies sich, gemessen an den Verkaufszahlen der vorherigen Alben, als kommerzieller Flop. Kritiker wie die Zeitschrift Sounds bezeichneten es als â€žĂŒblen Verschnitt“. Im Booklet des 1995 neu veröffentlichten Albums Malice in Wonderland von Paice Ashton Lord wird Ian Paice' ErklĂ€rung zur Besetzung mit Bolin zitiert, in der er zwar die Zusammenarbeit mit diesem lobt, aber auch auf dessen HeroinabhĂ€ngigkeit hinweist.„We got Tommy Bolin in on guitar and it was a good band, but Tommy turned out to be a heroin addict. The band shouldn't have been called Deep Purple, because there was only Jon and I left. We made one good album but it became impossible to play because they wouldn't go on stage unless someone ‚scored‘ for them. They held us to ranson, so that's when we stopped.“ thumb|500px|Funky Rhythmusgitarre aus Getting Tighter (mögliche Griffe in ()]

Schwere Drogenprobleme von Hughes und Bolin, aber auch unterschiedliche musikalische Vorstellungen der Mitglieder zerstörten den Zusammenhalt der Band. Coverdale, Lord und Paice lösten daher im MÀrz 1976, nach einem letzten Konzert in Liverpool, die Band auf.

Ein tragisches Ende fand der Gitarrist Tommy Bolin. Nur wenige Monate nach der Auflösung starb er nach einem SchwĂ€cheanfall am 4. Dezember 1976 im Alter von 25 Jahren. Noch am Abend zuvor hatte er ein Konzert im Vorprogramm von Jeff Beck gegeben. Als Todesursache wurde eine Überdosis Heroin in Verbindung mit Alkohol angegeben.

In den folgenden Jahren widmeten sich die KĂŒnstler besonders Soloprojekten. Blackmore konnte mit Rainbow große Erfolge erzielen. Roger Glover arbeitete als Produzent, unter anderem fĂŒr namhafte Bands wie Judas Priest, Nazareth und Elf. SpĂ€ter veröffentlichte er zwei Soloalben, bevor er sich 1978 ebenfalls Rainbow anschloss. Lord und Paice waren gefragte Live- und Studiomusiker (Gary Moore, Whitesnake, Cozy Powell, Pete York).

1980 versuchte der ehemalige SĂ€nger Rod Evans mit einigen unbekannten Musikern unter dem Namen Deep Purple die Band fortzufĂŒhren. Da das Projekt auf harsche Kritik und breite Ablehnung der Fans stieß, scheiterte das Projekt. Weil er nicht die Namensrechte hatte, verklagte Warner Bros. die Band, so dass sie sich auflösen musste.http://www.thehighwaystar.com/specials/bogus/

Coverdale grĂŒndete Whitesnake, wo sich 1978 auch Lord und wenig spĂ€ter Ian Paice einfanden. Gillan baute zunĂ€chst die Ian Gillan Band auf und schloss sich 1983 kurzzeitig Black Sabbath an.

Comeback und AnknĂŒpfen an alte Erfolge

thumb|Deep Purple bei einem Auftritt in 2003]Im Jahr 1984, acht Jahre nach der Auflösung, unternahm der britische Plattenkonzern PolyGram erhebliche Anstrengungen, um Deep Purple in der Mk-II-Besetzung wieder ins Leben zu rufen. Einem GerĂŒcht zufolge sollen jedem Musiker zwei Millionen Dollar angeboten worden sein.http://www.musicline.de/de/artist_bio/Deep+Purple Da der Erfolg von Rainbow schwand, Lord und Paice mit der Ausrichtung von Whitesnake nicht mehr zurechtkamen und Gillan bei Black Sabbath „den Hut nehmen musste“, raufte sich die Band zusammen, um Perfect Strangers, ein ĂŒberraschend frisches Album, aufzunehmen. Das Album enthielt mit prĂ€gnanten Riffs (Knocking at Your Back Door), schnellen instrumentalen Duellen von Blackmore und Lord (A Gypsy’s Kiss), die bewĂ€hrten „Deep-Purple-Zutaten“ in leicht modernisiertem Sound, und verkaufte sich gut, ebenso wie die nachfolgende Tournee, bei der die Band im englischen Knebworth gemeinsam mit den Scorpions, Meat Loaf und UFO vor etwa 80.000 Fans spielte. Der Musikexpress konstatierte, dass die Band „auch musikalisch an alte Großtaten anknĂŒpfe“, und die neue Neue ZĂŒrcher Zeitung lobte die „publikumswirksame BĂŒhnenshow“, wĂ€hrend der Stern eher eine „laue Altherrenriege“ am Werke sah Kritiken auf www.songtext.net.

1987 wurde das Album The House of Blue Light eingespielt, auf dem die Band wieder musikalisch risikofreudiger (z. B. auf Strange Ways) sein wollte, Zudem hatte er (Anm.: Glover) „die radikalste VerĂ€nderung in der musikalischen Entwicklung der Band" in Aussicht gestellt, um der Gefahr der selbstgewĂ€hlten musikalischen Isolation zu wehren: ‚Ich vertrat die Auffassung, daß wir, wenn wir uns selbst als progressive Band betrachten, das nicht nur dem Namen nach tun sollten.‘“ JĂŒrgen Roth, Michael Sailer: Deep Purple. Die Geschichte einer Band. Hannibal, Höfen 2005, ISBN 3-85445-251-9, Seite 347. Blackmore benutzt hier zum ersten Mal Gitarrensynthesizer, und Paice setzt elektronisches Schlagzeug (Unwritten Law) ein. Im Jahr darauf erschienen das Live-Album Nobody’s Perfect und eine neue Version des ersten Hits Hush. 1989 wurde Ian Gillan erneut entlassen, weil er mit Blackmore in Streit ĂŒber die musikalische Ausrichtung geraten war. Nach seiner zweiten Trennung von der Band erklĂ€rte er selbst, dass er zukĂŒnftig nicht noch einmal bei Deep Purple mitwirken wolle:

„Ich kann an Deep Purple nur noch wie an eine Verflossene denken. Wir heirateten 69 und wurden 73 geschieden. 84 heirateten wir noch mal und ließen uns 89 wieder scheiden. Das mach ich nicht noch mal.“


FĂŒr ihn wurde auf Initiative Blackmores hin der frĂŒhere Rainbow- und Yngwie-Malmsteen-SĂ€nger Joe Lynn Turner verpflichtet. Damit bestand die Band mehrheitlich (Glover, Blackmore, Turner) aus der letzten festen Rainbow-Besetzung. Es entstand das Album Slaves and Masters, von dem klanglich deutliche Parallelen zu den spĂ€ten Rainbow gezogen werden können. Allerdings wurde der neue SĂ€nger von den Fans nicht akzeptiert, was einer der GrĂŒnde dafĂŒr war, dass Turner die Band nach nur einem Album und einer Tour wieder verlassen musste.thumb|Ian Paice bei einem Live-Auftritt 2005

Gegen den Widerstand Blackmores wurde Gillan auf Betreiben von Lord, Paice und Glover wieder in die Band geholt, obwohl er sich vorher dagegen ausgesprochen hatte. Damit war es möglich, das folgende Album The Battle Rages On, auf dem sich unter anderem die bekannten Songs Anya und Solitaire finden, erneut in Mk-II-Besetzung einzuspielen. Die Differenzen innerhalb der Band bestanden jedoch weiterhin: Im Anschluss an eine Europa-Tournee zum Album verließ Blackmore am 17. November 1993 nach seinem letzten Auftritt in Helsinki auf eigenen Wunsch die Band, weil er mit Gillans gesanglicher Leistung nicht zufrieden war.„In the midst of the tour, [4] makes it known that he’s not pleased with the performance of Gillan thus far“ (http://www.blackmoresnight.com/ritchie_bio.html) Roger Glover:

„[5] wir sollten noch in Japan spielen, aber Ritchie wollte das plötzlich nicht. Wir haben dann versucht mit ihm zu reden, ich rief ihn an und sagte: ‚Bitte - bitte spiele diese Gigs mit uns.‘ Er antwortete nur: ‚No!‘ Sonst nichts. Er ließ nicht mit sich reden“Roger Glover in einem Interview des Magazins Gitarre & Bass von 1994, entnommen aus Roger Glovers offizieller Webseite http://www.rogerglover.com


Blackmores Abneigung gegen Gillan ist auf der zur Tournee veröffentlichten DVD "Come Hell Or High Water" deutlich sichtbar. So unterbricht Blackmore gleich im ersten Song ein Solo um Gillan mit einem Becher mit Wasser zu bewerfen. Auch ist er nur noch wenig auf der BĂŒhne prĂ€sent.

Da die Band eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem Veranstalter vermeiden wollte, begab sie sich auf die Suche nach einem kurzfristigem Ersatz. Nach nur drei Tagen Probe half Joe Satriani als Gitarrist fĂŒr die Tournee aus und sprang auch noch auf einer weiteren Tour durch Europa in der ersten JahreshĂ€lfte 1994 ein.http://www.purple.de/dirk/purple/ Er wurde gebeten, Blackmore dauerhaft zu ersetzen, konnte wegen seines Plattenvertrages aber nicht bei der Band bleiben.http://www.deep-purple.net/tree/joe-satriani.htm

Morses Einstieg

thumb|Roger Glover und Steve MorseObwohl es sich als schwieriges Unterfangen erwies, die Fanbasis von einer neuen Deep-Purple-Besetzung ohne Ritchie Blackmore zu ĂŒberzeugen, fand man schließlich mit dem Gitarrenvirtuosen Steve Morse (vorher unter anderem bei den Dixie Dregs und Kansas) einen akzeptablen Ersatz. Morses neue Interpretationen des existierenden Blackmore-Materials schufen einen eigenstĂ€ndigen Sound und lösten damit gemischte GefĂŒhle aus. Mit seinem Einstieg fanden seither zahlreiche, aufgrund von Blackmores Weigerung nie oder nur in seltenen AusnahmefĂ€llen live gespielte, weniger bekannte Songs aus den 1970ern Einzug ins Live-Set. Diese sind etwa auf den Alben Live at the Olympia '96 und Live at Montreux zu hören. In dieser Besetzung spielten Deep Purple 1996 das etwas ruhiger klingende, zum Teil musikalisch neue Wege beschreitende Album Purpendicular ein, ĂŒber das die Zeitschrift Audio urteilte: „Den britischen Hardrock-Haudegen ist ein feines, ĂŒber weite Strecken erstaunlich melodiöses Alterswerk gelungen. Purpendicular öffnet nach eher einfallslosen Schema-F-Alben endlich neue Horizonte.“. 1998 folgte in gleicher Besetzung das wiederum hĂ€rtere Abandon.

Deep Purple nach 2000

2001 erkrankte Jon Lord wĂ€hrend einer Tournee, so dass die Band kurzzeitig Don Airey fĂŒr ihn engagierte, der schon mit Ozzy Osbourne, Jethro Tull, Gary Moore und Rainbow gespielt hatte. Im MĂ€rz des folgenden Jahres beschloss Lord seinen Ausstieg bei Deep Purple, um sich einer Solokarriere widmen zu können. Nach den positiven Erfahrungen auf der vorangegangenen Tour verpflichtete man Airey als hauptamtlichen Keyboarder.

In diesem Line-up wurde 2003 das Album Bananas veröffentlicht. Die Aufnahme von Airey wurde von vielen Seiten als Bereicherung aufgefasst, man nahm den „frischen Wind“, den er in die Band und in das Songwriting gebracht habe, sehr wohlwollend auf. Es bietet mit Titeln wie dem an Dire Straits erinnernden Walk On, oder dem lateinamerikanisch angehauchten Doing it Tonight nicht nur den gewohnten „Purple-Sound“. Die Hi-Fi-Zeitschrift Stereoplay rezensierte es als „ein herzerfrischend und unkompliziertes, schlackenfreies Rock-Album mit starken Riffs und einem Gesang, der immer noch seinesgleichen in der Szene sucht.“

Deep Purple trat im Rahmen der weltweiten Live-8-Benefizkonzerte am 2. Juli 2005 in Barrie auf. Im Oktober 2005 erschien das Studio-Album Rapture of the Deep. Es folgte eine Welttournee Anfang 2006 (in Deutschland zusammen mit Alice Cooper). Ebenfalls Anfang 2006 erschien die 4-CD-Box Live Across Europe 1993, die zwei komplette Konzerte (Stuttgart und Birmingham, England) der letzten Deep-Purple-Tour in der Mk-II-Besetzung enthĂ€lt. Im Jahr 2008 jĂ€hrte sich die GrĂŒndung der Band zum vierzigsten Mal.

MitgliederĂŒbersicht

Die von zahlreichen Wechseln geprÀgte Bandgeschichte von Deep Purple ist nachfolgend anhand der Besetzungen dargestellt.

thumb|center|600px|Das Personalkarussell von Deep Purple

Bei der Tabelle sowie der nachfolgenden Diskografie ist zu beachten, dass bei der ZĂ€hlweise zum Teil Uneinigkeit herrscht. Das Gastspiel Joe Satrianis, der nur fĂŒr zwei Live-Touren zur VerfĂŒgung stand und sich an keinen Studioaufnahmen beteiligte, wird von einigen Quellen als vollwertige Besetzung Mk VI angesehen. FĂ€lschlicherweise werden die Reunions der Mk-II-Besetzung manchmal als Mk V und VII bezeichnet, so dass hier ein Verwechslungspotenzial besteht.



Musikalischer Stil

Die Musik von Deep Purple ist vor allem durch den E-Gitarren-Sound und die Hammond-Orgel geprÀgt.

Bedingt durch die klassische Ausbildung Jon Lords liegen die musikalischen Wurzeln der Band nicht nur im Blues, sondern auch in der klassischen Musik. Dabei ist zu beachten, dass der Bezug auf klassische Musik in den spĂ€teren 60er und frĂŒhen 70er Jahren durch Bands des Progressive Rock und Symphonic Rock wie Emerson, Lake and Palmer, Ekseption, Yes oder Procol Harum auch eine „Modeerscheinung“ darstellte. Vor allem bei den Aufnahmen und Auftritten der GrĂŒndungsformation kam es mehrfach zur Zusammenarbeit mit Orchestern. Zudem ist aus zahlreichen Orgelsoli herauszuhören, dass Lord auch Wert auf klassische Zitate und Kadenzen legt. Ein Beispiel hierfĂŒr ist das Orgelsolo aus Highway Star (), welches die Akkordfolge Am – E – Gm – D – F in gebrochenen DreiklĂ€ngen prĂ€sentiert. Der typische Klang der Hammond-Orgel ist einer der wesentlichen Bestandteile der StĂŒcke. Dabei greift Lord, wie in seinem Solo auf No No No () auch auf die Blues- und Jazzstilistik von Graham Bond und Hammondpionier Jimmy Smith zurĂŒck.

In ihren typischen Hardrock integrierte die Band aber immer wieder Elemente aus Blues (Lazy, Place in Line, Mitzi Dupree, Mistreated), Funk und Soul (Sail Away, Getting Tighter, You Can’t Do It Right), Folk- und Countrymusic (Anyone’s Daughter (), The Aviator), Rock ’n’ Roll (Lay Down, Stay Down, Hold On, oder Lucille von Little Richard), und psychedelischer Musik (Fools, The Mule), und nahm auch Balladen wie Soldier of Fortune, Love Conquers All (), When a Blind Man Cries auf. thumb|400px|Auf der Bluestonleiter basierende Figur aus Lazy

Der nach eigener Aussage von Hank Marvin, Duane Eddy, Django Reinhardt, und Scotty Moore beeinflusste Wer waren deine Vorbilder? Blackmore: „Es begann mit Tommy Steele, Hank. B. Marvin, Duane Eddy, Jim Sullivan, Tony Harvey, Django Reinhardt, Les Paul, Chet Atkins, Jummy Bryant, Judd Proeter, Scotty Moore, James Burton
“ auf www.ritchieblackmore.de Blackmore spielte als Begleitung zum Großteil Powerchords, auf deren Basis er zahlreiche eingĂ€ngige Riffs, wie etwa das bekannte Intro zu Smoke on the Water, schuf. Steven Rosen im Guitar Player 1978: „His foot-stomping power chords in Deep Purple songs like ‚Smoke on the Water‘, ‚Rat Bat Blue‘ and ‚Space Truckin‘ set a huge precedent for the role of rhythm guitarists in less articulate forms of heavy rock–not to mention that ‚Smoke‘ was the first tune a generation of kids learned to play“. Seine Soli wurden auf Konzerten stets improvisiert, wobei er hĂ€ufig auf die pentatonische Tonleiter, aber auch, wie in den Titeln Lazy, Mitzi Dupree, oder When a Blind Man Cries auf die Bluestonleiter zurĂŒckgriff. Jedoch verwandte er bereits damals, lange vor seinem Wechsel zur Mittelalterrockband Blackmore’s Night, Elemente und Anregungen aus der klassischen Musik. Zwei seiner Soli platzierten sich in der Liste der „Top 100 Greatest Guitar Solos“ des Guitar World Magazines. Dass er sich auch in anderen Stilarten wie Country und Rock ’n’ Roll sicher bewegen kann, zeigen Titel wie Anyone’s Daughter, Hold On sowie seine Aufnahmen mit dem Country-Gitarristen Albert Lee unter dem Namen The Green Bullfrog. Auf einigen Titeln, wie Mad Dog, spielt Blackmore auch Slide-Gitarre. Er macht in Nachfolge von Jimi Hendrix Blackmore: „Everybody steals. It’s healthy to steal. The thing is to disguise who you're stealing from. I used to steal a lot from Jimi Hendrix.“ Auf www.ritchieblackmore.de und Rory Gallagher intensiven Gebrauch vom Tremolo-Hebel. WĂ€hrend seiner Zeit bei Deep Purple spielte er beinahe ausschließlich Fender Stratocaster in Kombination mit einem MarshallverstĂ€rker.thumb|300px|Intro von Black Night (mögliche Griffe in ()]

Der technisch versierte, von Buddy Rich, Carmine Appice und dem Hollies-Schlagzeuger Bobby Elliot beeinflusste Paice lĂ€sst in seinen geradlinigen und eindeutig am Rock orientierten Stil auch EinflĂŒsse aus dem Swing einfließen. Obwohl er mit Glover den Songs oft eine „trockene“ und auf das Wesentliche reduzierte Rhythmusbasis, wie in Nobody's Home () unterlegt Paice: „Now I just keep a nice beat and try to fill in the breaks with incredibly tasty bits like the west coast men. It’s far better“ auf www.thehighwaystar.com, versteht er es in anderen Titeln, komplexe und schnelle Fills und Breaks (wie z. B. auf Burn), oder raffinierte Hi-Hat-Figuren (wie auf Woman from Tokyo) einzubauen, wobei sein Spiel aber immer songdienlich bleibt. Auf Titeln wie Hungry Daze () oder den Liveversionen von The Mule und You Fool No One prĂ€sentiert er lĂ€ngere, technisch fundierte Solopassagen.

Roger Glover, langjĂ€hriger Bassist der Band, fĂ€llt durch eine eher einfache, aber variantenreiche Rhythmusarbeit (Smoke on the Water) auf. Obwohl er nach eigenen Angaben keine Tabulaturen lesen kann,http://www.rogerglover.com/writings/questions.php?group=2006-02-26 „I don’t know how to read or write tab“ improvisiert und variiert er auch bei Auftritten seine BasslĂ€ufe. Als musikalische Vorbilder nennt er unter anderem den Jazzmusiker Jaco Pastorius, Jack Bruce und Paul McCartney.http://www.rogerglover.com/writings/questions.php?group=2002-12-08 Nachdem er jahrelang viele verschiedene BĂ€sse und VerstĂ€rker spielte, tritt er seit Anfang der 1990er mit Instrumenten der eher unbekannten Marke Vigier Excess und Saiten von Picato oder Ernie Ball auf.

Gillans Stimme sticht durch ihren großen Tonumfang (inkl. Schreien bzw. Kreischen) bei einigen Songs wie Child in Time deutlich hervor. Auf Titeln wie Lazy () und Black and White spielt er zusĂ€tzlich Mundharmonika.

Steve Morse prĂ€gt die aktuellen Songs wesentlich. Da seine Wurzeln im Jazz/Fusion- und Country-Bereich liegen, haben sich diese EinflĂŒsse auch auf die Musik von Deep Purple ĂŒbertragen. Neben geradlinigem Hard Rock, dem die Band treu geblieben ist, schafft er durch seine Spielweise kompliziertere, teils auch mit ungeradtaktigen (z. B. Picture of Innocence, Bananas) oder mit Folk- und Country-Elementen (Hey Cisco, The Aviator, A Touch Away) versetzte Arrangements. Er verwendet darĂŒber hinaus bislang bei Deep Purple nicht verwandte Spieltechniken wie das Chicken Pickin (Ted The Mechanic) oder Harp Harmonics (Sometimes I Feel Like Screaming, Seventh Heaven). (Siehe dazu den Artikel Steve Morse) thumb|450px|Folkgitarre auf Deep Purples Titel The Aviator

Im Gegensatz zu Blackmore, der sich bei der Begleitung hĂ€ufig auf Powerchords beschrĂ€nkte, spielt Morse besonders zu den Strophen abwechslungsreichere Figuren. Der spannungsreiche Gegensatz zur Orgel bleibt dabei, z. B. bei Liveversionen von Speed King, bestehen. Morse widersteht der Versuchung und anfĂ€nglichen Fan-Erwartung des sklavischen Nachspielens „klassischer“ Blackmore-Solos, und interpretiert die Soloparts der alten Band-Titel gĂ€nzlich neu. Das hindert ihn jedoch nicht daran, auch prĂ€gnante Teile, wie etwa das Solo aus Highway Star, zu ĂŒbernehmen.

Texte

WĂ€hrend Rod Evans’ Texte ganz dem psychedelischen Themenkreis mit der Beschwörung vergangener Zeiten („Past castles white and fair past dreaming chessmen on their boards with a fool’s mate as a snare, 
“ aus Listen, Learn, Read on Text von Listen, Learn, Read on auf www.deep-purple.net), der „Schilderung von Natur und Farbe als romantischem Ausdruck des eigenen Seelenlebens“ JĂŒrgen Roth, Michael Sailer: Deep Purple. Die Geschichte einer Band. Hannibal, Höfen 2005, ISBN 3-85445-251-9, Seite 191 (April, Blind), und einer „spĂ€tjugendlichen Schwermut“ JĂŒrgen Roth, Michael Sailer: Deep Purple. Die Geschichte einer Band. Hannibal, Höfen 2005, ISBN 3-85445-251-9, Seite 192 verhaftet sind, behandeln Gillans Texte einen breiteren Themenbereich. Er Ă€ußerte sich ĂŒber das Spektrum der Inhalte folgendermaßen:

„Ich schreibe eigentlich ĂŒber alles, [6] ĂŒber banale Dinge bis hin zur Politik, von Religion bis Revolution, von Bahnreisen bis hin zu Tauchabenteuern, von etwas, was ich im Fernsehen gesehen habe, bis hin zu Leuten, die ich auf der Straße treffe. Über meine EindrĂŒcke, meine GefĂŒhle.“ Zitiert nach: JĂŒrgen Roth, Michael Sailer: Deep Purple. Die Geschichte einer Band. Hannibal, Höfen 2005, ISBN 3-85445-251-9, Seite 192


In der Hardrock-Musik typische Themen zu Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll und Machismo fehlen bei Deep Purple ebenfalls nicht und tauchen in vielen Songs auf, etwa in Strange Kind of Woman, Highway Star oder Hard Lovin’ Man„Break my back with hard lovin’. Take my hand and keep movin’. Don’t slow down we're nearly there now. Oh oh oh oh, can you stand the pain? I’m a hard lovin’ man.“ (aus Hard Lovin’ Man) www.deep-purple.net, oder auch in Lay Down, Stay Down, I Need Love, oder High Ball Shooter um das Thema Sex:

„Let me know you feel it. You know I really need it. Keep on pushin’ for more. Lay down, stay down“ (aus Lay down, Stay Down) www.deep-purple.net


Daneben spricht die Band aber auch kritische Themen an:Politische und gesellschaftliche Kritik ĂŒben Titel wie Strange Ways„Have you seen the headlines, Princess engaged. 3 million out of work. But that’s on the 2nd page.“ (aus Strange Ways) Text von Strange Ways auf www.deep-purple.net und der Antikriegssong Under the Gun:

„Stupid bastards and religious freaks. So safe in their castle keeps. They turn away as a mother weeps. Under the gun.“ Text von Under the Gun auf www.deep-purple.net


No No No, ruft zum Kampf gegen Machtmissbrauch und Zerstörung der Erde auf Text von No No No auf www.deep-purple.net und Mary Long Text von Mary Long auf www.deep-purple.net thematisiert die britische Moralistin Mary Whitehouse, Gillan zum Text von Mary Long auf www.gillan.com wĂ€hrend Pictures of Innocence Kritik an political correctness und Normierungswahn ĂŒbt. Gillan zu Pictures of Innocence: „Political Correctness will have the effect of enlarging sensitivities to such a point that nothing can be said about anything [7] I only insult my friends, my friend, the rest can go to hell! [8] whilst the Regulators of the EU are successfully leading us to a state of dehumanisation.“ auf www.gillan.com

Ein wichtiges Thema ist dabei die Selbstreflexion und das EingestĂ€ndnis eigener UnzulĂ€nglichkeiten, wie im zweiten Satz des Concerto for Group and Orchestra, im Titel Pictures of Home, oder auf Perfect Strangers Gillan: „The song refers to uncertainties about ourselves and about the reaction from the public, about our music and our integrity. A recognition that the days of gay abandon had passed and that a new phase was being entered.“ auf www.gillan.com:

„What shall I do, when they stand smiling at me. Look at the floor, and be oh so cool, Oh so cool.“ (aus Concerto for Group and Orchestra) Text des zweiten Satzes auf www.deep-purple.net „Here in this prison of my own making. Year after day I have grown. Into a hero, but there’s no worship. Where have they hidden my throne?“ (aus Pictures of Home) Text von Pictures of Home auf www.deep-purple.net


Das wird hĂ€ufig mit einer kritischen Reflexion des Rock-’n’-Roll-Lebensstils und -Business, wie in Super Trouper, No One Came, oder Wasted Sunsets verbunden:

„I felt the truth, I felt the pain in every song. [9] I’m just a shadow in a rock and roll sky.“ (aus Super Trouper) Text von Super Trouper auf www.deep-purple.net „I believe that I must tell the truth, and say things as they really are. But if I told the truth and nothing but the truth. Could I ever be a star? Nobody knows who's real and who's fakin’. Everyone’s shouting out loud. It’s only the glitter and shine that gets thru.“ (aus No One Came) Text von No One Came auf www.deep-purple.net


Bei vielen Texten verwendet Gillan offenbar eine frei assoziative Herangehensweise, welche zu bilderreichen, manchmal scheinbar sinnentleert wirkenden Zeilen fĂŒhrt. Ein Beispiel hierfĂŒr ist der Titel Gypsy’s Kiss, bei welchem Sprachklang und Reim das PrimĂ€re zu sein scheinen:

„John San, what you can. La la Janette dance in sand. What's the mystery, my son? Gypsy Dan, Caravan. Won Tun Wan with your Chinese fan. It's part of history my son.“ (aus Gypsy’s Kiss) Text von Gypsy's Kiss auf www.deep-purple.net


„Gotta black breast Chinese eyes. Got an English brain that’s gonna make me wise. Got a long story that I wanna tell.“ (aus Bloodsucker) Text von Bloodsucker auf www.deep-purple.net


Die Texte der „Coverdale-Ära“ kreisen, wie in Burn oder Stormbringer (Titel eines Romans des Fantasy-Autors Michael Moorcock), um die spĂ€ter im Metal beliebte Fantasy-beeinflusste Thematik:

„Thunder and lightning. Heading your way. Ride the rainbow. Crack the sky. Stormbringer coming. Time to die“ (aus Stormbringer) Text von Stormbringer auf www.deep-purple.net,


Bedeutung fĂŒr die Rockmusik

Deep Purple prĂ€gte entscheidend das Musik- und LebensgefĂŒhl der frĂŒhen 70er Jahre. So schrieb die Zeitschrift konkret im Jahr 1980:

„Die Beatles, Stones, Cream, Deep Purple, Roxy Music haben ganz selbstverstĂ€ndlich die deutschen Wohnzimmer infiltriert.“ Zitiert nach: JĂŒrgen Roth, Michael Sailer: Deep Purple. Die Geschichte einer Band. Hannibal, Höfen 2005, ISBN 3-85445-251-9, Seite 12


und die Musikzeitschrift Eclipsed schrieb in Bezug auf die Einleitung des Titels Speed King:

„Blackmore zersplitterte in nur fĂŒnfzig Sekunden die gĂ€ngigen Konventionen der Beat-Ära, und machte die sechziger Jahre der Popmusik zur Historie.“ Zitiert nach: JĂŒrgen Roth, Michael Sailer: Deep Purple. Die Geschichte einer Band. Hannibal, Höfen 2005, ISBN 3-85445-251-9, Seite 13


Die Band zĂ€hlt neben Black Sabbath und Led Zeppelin zu den ersten und bedeutendsten Bands des Hard Rock und gilt als richtungsweisend fĂŒr die spĂ€tere Entwicklung des Metal.

„Pursuing a heavier rock direction, Purple quickly became one of the most successful and influential bands of early ’70s; joined Black Sabbath and Led Zeppelin in spreading gospel of multi-decibel, piledriver British rock around the world.“ The New Illustrated Rock Handbook, Salamander Books Ltd., London, 1986, ISBN 0-86101-248-8, Seite 57 und 58


Diese Tatsache macht eine Übersicht ĂŒber die personellen Beziehungen der Deep-Purple-Musiker und ihrer Nachfolgebands mit anderen namhaften Rock-Bands besonders deutlich. Deep Purple - Die Wurzeln und Folgezweige

In den 1970er Jahren wurde noch nicht zwischen Hard Rock und dem erst Ende des Jahrzehnts aufkommenden Heavy Metal unterschieden, so dass die Band manchmal auch fĂ€lschlicherweise dem Heavy Metal zugeordnet wird. Aus heutiger Sicht kann sie aber klar als Hard-Rock-Band bzw. Rockband mit BlueseinflĂŒssen kategorisiert werden.

Highway Star, Hard Lovin’ Man, der schnellere Teil aus Child in Time, sowie Burn werden von manchen sogar als frĂŒhe Speed-Metal-Songs eingestuft. Viele erfolgreiche Bands und Musiker der 1980er und 1990er Jahre, wie Iron Maiden, Europe, Yngwie Malmsteen, Ronnie James Dio, Metallica Frage: „Hattest du ein Idol zu dieser Zeit?“ Lars Ulrich: „Als Musiker war es sicherlich Ritchie Blackmore. Meine sogenannten Idole haben immer sehr schnell gewechselt, aber Ritchie hat mich besonders beeindruckt.“ auf http://metallicamp.de, bekunden den wesentlichen Einfluss der Musik der Band fĂŒr ihre eigene musikalische Entwicklung entweder explizit in Interviews oder indirekt in ihrer Musik. Besonders der Stil Blackmores beeinflusste viele Gitarristen, wie Yngwie Malmsteen, Steve Vai, John Norum oder Joe Satriani, so dass seine Ästhetik und auch Technik von vielen Musikern aufgegriffen wurde und wird. thumb|375px|Gitarrenriff von Hard Lovin’ Man

Viele Songs wurden von anderen Bands gecovert. Schon 1973 spielte Thin Lizzy unter dem Namen Funky Junction ein Tributealbum mit den bekanntesten Songs ein. Die Progressive-Metal-Band Dream Theater fĂŒhrte 2006 sogar bei zwei Konzerten das Purple-Livealbum Made in Japan vollstĂ€ndig auf. Auch der Gitarrist Yngwie Malmsteen veröffentlichte bereits einige neue Versionen der Songs. Unter Beteiligung von Musikern wie Vinnie Moore, T. M. Stevens, und Joe Lynn Turner entstand ein Album mit Reggae- und Funkversionen bekannter Deep-Purple-Titel. Rezension auf www.crossover-agm.de Weitere Coverversionen spielten unter anderem Bruce Dickinson (Iron Maiden), die Puhdys, Van Halen, Sonata Arctica, Dio, J.B.O., Mr. Ed Jumps The Gun, Metalium, Iron Maiden, Black Sabbath, Soulfly, Six Feet Under und Overkill.http://www.coverinfo.de

Diskografie

Studioalben



RegulÀre Live-Alben

  • 1969 ‱ Mk. II ‱ Concerto For Group And Orchestra (D: 22, UK: 26, USA: 149)
  • 1972 ‱ Mk. II ‱ Made in Japan (D: 1, USA: 6, UK: 16)
  • 1974 ‱ Mk. III ‱ Live In London
  • 1975 ‱ Mk. III ‱ Made In Europe
  • 1975 ‱ Mk. IV ‱ Last Concert In Japan
  • 1988 ‱ Mk. II ‱ Nobody’s Perfect
  • 1994 ‱ Mk. II ‱ Come Hell Or High Water
  • 1996 ‱ Mk. VII ‱ Live At The Olympia ’96
  • 1999 ‱ Mk. VII ‱ Live At The Royal Albert Hall
  • 1999 ‱ Mk. VII ‱ Total Abandon: Live In Australia
  • 2000 ‱ Mk. VII ‱ Live At The Rotterdam Ahoy
  • 2001 ‱ Mk. VII ‱ The Soundboard Series
  • 2007 ‱ Mk. VIII ‱ They All Came Down To Montreux: Live At Montreux 2006


Weitere Veröffentlichungen der Band finden sich im Artikel Deep Purple/Diskografie.

Einzelnachweise



Literatur

  • Didi Zill, Michael Rudolf: Deep Purple. Fotografien. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-406-X
  • JĂŒrgen Roth, Michael Sailer: Deep Purple. Die Geschichte einer Band. Hannibal, Höfen 2005, ISBN 3-85445-251-9
  • Chris Charlesworth: Deep Purple - The illustrated biography. Omnibus Press, London/New York 1983, ISBN 0-7119-0174-0
  • Michael Heatley: The Complete Deep Purple. Reynolds & Hearn Ltd, 2005, ISBN 1-903111-99-4
  • Dave Thompson: Smoke on the Water: The Deep Purple Story. ECW Press, Kanada, 2004, ISBN 1-55022-618-5
  • Ian Gillan, David Cohen: The Autobiography of Deep Purple's Lead Singer. Blake Publishing, 1998, ISBN 1-85782-320-6
  • Frank Laufenberg: Deep Purple (Facts und Platten). Moewig TB, 1991, ISBN 3-8118-3451-7
  • Ted Allbeury: Deep Purple. Mysterious Press, 1990, ISBN 0-89296-401-4
  • Purple Rainbows: A Definitive Rock History Featuring the Best of Deep Purple, Rainbow, Whitesnake, Graham Bonnett, Dio - Off the Record. Stave House, 1994, ISBN 1-85909-148-2


Noten

  • Greatest Hits. Gitarre, Tabulatur (Guitar Signature Licks). Hal Leonhard (Buch und CD), 2002, ISBN 0-634-02942-8
  • Deep Purple - Greatest Hits. Hal Leonard Corporation, 2002, ISBN 0-634-04908-9
  • The Best of Deep Purple. Hal Leonard Corporation, 1998, ISBN 0-7935-9192-9
  • Perfect Strangers (Transcription by Jesse Gress). Music Sales, 1988, ISBN 0-8256-1194-6
  • Deep Purple - House of Blue Light. Music Sales Ltd, 1996, ISBN 0-7119-1236-X


Weblinks



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Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Deep Purple
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