Eels ist eine US-amerikanische Rockband, die vom Singer/Songwriter Mark Oliver Everett (Pseudonym:
E), gegründet wurde. Er ist der Frontmann der Band, die er als Gefäß für seine Musik sieht. Die anderen Mitglieder wurden sowohl im Studio als auch auf der Bühne schon mehrmals ausgewechselt. Die Live-Shows der Band sind sehr überraschend, da jeder Song im Stil des aktuellen Albums neu interpretiert wird. Normalerweise werden auch mehrere Coverversionen von bekannten Songs anderer Interpreten gespielt.
Bandgeschichte
Mark Oliver Everett wird am 10. April 1963 als Sohn eines berühmten Quantenphysikers und einer Schriftstellerin in Washington, DC geboren. Beeinflusst durch die musikalischen Vorlieben seiner Schwester Elizabeth (Neil Young
After the Gold Rush), lässt er sich mit 10 Jahren ein Schlagzeug schenken und nimmt sich als Teenager die Gitarre seiner Schwester. Im Alter von 19 Jahren findet E seinen Vater tot im Bett auf. In den 80ern ist E (oder Mark E., wie er sich in dieser Zeit nennt) in mehreren Bands (darunter in "The Toasters"
[1]), nimmt unzählige Promo-Tapes auf und produziert schließlich sein erstes Album ("Bad Dude In Love"), welches auf 500 Kopien limitiert ist. Mit 24 zieht er schlußendlich von Virginia nach Los Angeles. 1991 unterschreibt er einen Vertrag bei Polydor und bringt dort unter dem Namen ?E? die Alben
A Man Called E (1992) und
Broken Toy Shop (1993) heraus und spielt im Vorprogramm von Tori Amos.
1995 änderte er den Namen seines musikalischen Projekts zu ?Eels? unter dem sich eine ständig wechselnde Besetzung versammelt, mit der er seine Lieder aufnimmt und live aufführt. Die Single
Novocaine for the Soul wird ein Indie-Hit und das dazugehörige Video wird für mehrere MTV Awards nominiert. 1996 erscheint das Album
Beautiful Freak und die Single
Susan's House wird ein internationaler Top 10-Hit.
1998 erscheint das nächste Album
Electro-Shock Blues, dass sich durch Gastauftritte zahlreicher Musiker wie Mike Simpson (Dust Brothers), Grant Lee Phillips, Jon Brion und T-Bone Burnett auszeichnet. Gleichzeitig ist es ein Zeugnis der Schicksalsschläge Mark Oliver Everetts: mit 19 fand er seinen Vater tot auf, 1996 beging seine Schwester Elizabeth Suizid und seine Mutter erkrankte an Lungenkrebs - er verlor innerhalb weniger Jahre seine gesamte Familie. 2000 erscheint
Daisies for the Galaxy, ein ungleich fröhliches Album mit einem Gastauftritt von Peter Buck. In den nächsten Jahren hielt der Erfolg mit den Alben
Souljacker (2001) und vor allem
Shootenanny (2003) an, gleichzeitig steuerten die Eels Lieder zu zahlreichen Soundtracks wie
American Beauty und
Shrek bei, während Everett 2002 die komplette Musik für den Film
Levity schrieb. Auch im deutschen Film Herr Lehmann werden Stücke von ihm verwendet.
Im Jahr 1992 veröffentlichte Everett sein erstes Soloalbum mit dem Namen
A Man Called E (Polydor). Die Single
Hello Cruel World war nur wenig erfolgreich. Er tourte, um das Album bekannt zu machen, als Support für Tori Amos. Auf
A Man Called E folgte
Broken Toy Shop im Jahr 1993; in diesem Jahr wurde er auf der Bühne durch Jonathan ?Butch? Norton unterstützt. Nach
Broken Toy Shop wurde Everett aus dem Vertrag mit Polydor entlassen.
Als Norton und Everett auf Tommy Walter trafen, gründeten sie Eels. Der Hauptgrund für diesen Namen war, dass die Alben der Band in alphabetischer Reihenfolge gleich auf die von E folgen würden. Später mussten sie aber feststellen, dass die Alben von The Eagles zwischen denen von E und denen von Eels eingeordnet werden. Sie unterschrieben einen Vertrag mit Steven Spielbergs Produktionsfirma DreamWorks und waren damit eine der ersten Bands bei DreamWorks. Im Jahr 1996 veröffentlichten sie ihr Debütalbum
Beautiful Freak, ein melancholisches Pop-Album, auf dem die Texte eines gequälten Everett durchscheinen. Mit den Singles
Novocaine For The Soul und
Susan's House hatte die Band bescheidenen internationalen Erfolg. In den Jahren 1996 und 1997 machte die Band eine ausgedehnte Tour und spielte an zahlreichen Festivals, um sich einen Namen als gute Live-Band zu erarbeiten. Im September 1997 verließ Walter die Band.
Zu dieser Zeit hatte Everett große persönliche Probleme. Kurz vor der Veröffentlichung von
Beautiful Freak beging seine Schwester Suizid, und bei seiner Mutter wurde Krebs festgestellt. Diese Ereignisse inspirierten ihn zum Album
Electro-Shock Blues, das im Jahr 1998 veröffentlicht wurde.
Die Texte behandeln Themen wie Suizid, Tod und Krebs. Obwohl es ein sehr düsteres Album war und lange nicht so erfolgreich wie sein Vorgänger, bleibt
Electro-Shock Blues trotzdem der Favorit vieler Fans. Zu dem Album beigetragen haben außerdem Jon Brion, Michael Simpson (von den Dust Brothers) und T-Bone Burnett.
Last Stop: This Town war ein kleiner Erfolg als Single und die zweite Single
Cancer For The Cure wurde für den Film American Beauty verwendet. Auf der Bühne wurde Tommy Walter durch Adam Siegel ersetzt, der zuvor schon bei Suicidal Tendencies gespielt hat. Nachdem Everetts Mutter gestorben war, wurde ein großer Teil der Tour durch die USA abgebrochen. Später in diesem Jahr fuhren sie in Europa fort, wo sie als Vorgruppe für Pulp auftraten. Nach der Tour verließ Siegel die Band wieder, um sein eigenes Projekt My Head weiter zu verfolgen.
Im Jahr 2000 wurde mit
Daisies Of The Galaxy ein weitaus fröhlicheres Album veröffentlicht. Wie Everett sich ausgedrückt hatte, war
Electro-Shock Blues ein Anruf in der Mitte der Nacht, auf den die Welt nicht antworten wollte,
Daisies of the Galaxy jedoch ist ein Weckanruf in einem Hotel, der einem mitteilt, das Frühstück sei fertig. Das Album wurde fast gänzlich im Keller von Everett aufgenommen. Außer ihm spielen auf dem Album noch Michael Simpson, Grant Lee Phillips (Grant Lee Buffalo), und Peter Buck (von R.E.M.). Im Stück
It's A Motherfucker und
Selective Memory spielt Everett dasselbe Piano, welches Neil Young auf seinem Album
After The Goldrush spielte. Die erste Single
Mr. E's Beautiful Blues wurde von Everett und Simpson geschrieben und beginnt mit dem Klang seines Pagers. Eigentlich sollte das Stück nicht veröffentlicht werden, doch die Plattenfirma bestand darauf. Es wurde dann als ?Bonus Track? ans Ende des Albums gestellt, wo es mit 20 Sekunden Stille vom den anderen Songs getrennt wird. Dieses Stück erschien ebenfalls auf dem Soundtrack des Filmes Road Trip, und im Videoclip zum Song tritt auch ein Darsteller aus dem Film auf. Um für das Album zu werben, wurde wieder eine große Tour durch Amerika und Europa gestartet, diesmal mit sechs Musikern auf der Bühne, unter anderem Lisa Germano. Zusätzlich machte Everett einige Solo-Shows als Vorgruppe für Fiona Apple.
2001 wurde
Souljacker veröffentlicht, wiederum düsterer als
Daisies Of The Galaxy. John Parish, der vorher in der Band von P J Harvey gespielt hatte, schrieb auch an den Texten mit und spielte die Gitarre im Studio und auf den ersten paar Konzerten der Tour. Koool G Murder spielte Bassgitarre und Keyboards und war ebenfalls auf der Tour dabei. Er wurde auf der Bühne als Witz von Everett als ?the other guy? (dt.
?der andere Typ?) vorgestellt. Wim Wenders führte Regie beim Videoclip für
Souljacker, Part I. Nachdem Parish Vater wurde, wurde er durch Joe Gore ersetzt.
Shootenanny! wurde im Jahr 2003 veröffentlicht. Von Everett wurde das Album als Pause von den Aufnahmen zum Album
Blinking Lights ... bezeichnet. Es wurde in nur zehn Tagen live im Studio aufgenommen.
Saturday Morning wurde als Single veröffentlicht. Nach den Aufnahmen verließ Norton die Band, um bei Tracy Chapman zu spielen. Er wurde durch Puddin ersetzt. Der Name des Albums bedeutet dabei so viel wie ?ein gesellschaftliches Zusammentreffen, bei dem die Teilnehmer Volkslieder singen und auch tanzen, am meisten aber mit Schusswaffen feuern? und kommt vom englischen Begriff ?Hootenanny?, der die selbe Bedeutung hat, allerdings das Feuern von Schusswaffen ausschließt.
Auf
Shootenanny! folgte die
Tour Of Duty (dt.
Tour der Pflicht), während der die Eels zum ersten Mal auch in Australien spielten. Die Band bestand aus Everett, Shon ?Golden Boy? Sullivan (Gitarre), Koool G Murder (Bass) und Puddin (Schlagzeug). Golden Boy verließ die Band wieder, um an seinem eigenen Projekt Goldenboy zu arbeiten und wurde durch Chet Atkins III ersetzt. In diesem Jahr komponierte Everett auch den Soundtrack zum Film Levity.
Das neue Album mit den Titel
Blinking Lights And Other Revelations erschien am 26. April 2005 und wurde von der Presse begeistert aufgenommen. Neben der Tatsache, dass es sich um ein episches 33-Track-Album handelt, auf dem auch Tom Waits, Peter Buck und John Sebastian (von Lovin' Spoonful) zu hören sind, wurde das fünfte Studioalbum statt bei DreamWorks Records bei Vagrant Records veröffentlicht. Da sich Vagrant aber auch im Vertriebsnetzwerk von Universal Records befindet, ist der Wechsel der Plattenfirma de facto nur kosmetischer Natur.
Im Vorfeld der Veröffentlichung wurde auf eBay ein Papierstück mit handgeschriebenen Texten vom Stück
In The Yard, Behind The Church vom neuen Album für 544 US-Dollar für wohltätige Zwecke versteigert.
2005 erscheint das Doppelalbum
Blinking Lights And Other Revelations, an dem ?E? viele Jahre gearbeitet hat und das von ihm und vielen Kritikern als Höhepunkt seines musikalischen Schaffens gesehen wird. Neben Peter Buck fungiert auch Tom Waits als Gastsänger. Everett geht diesmal mit einer Gruppe Streicher auf Welttournee und veröffentlicht ein dazugehöriges Livealbum unter dem Titel
Eels with Strings.
Im Sommer und Herbst 2005 gingen Eels dann als siebenköpfige Band (4 Violinistinnen, 2 Multi-Instrumentalisten, Everett) auf Welttournee. Die Konzerte wurden von den Fans und der Presse begeistert aufgenommen. Festgehalten wurde diese Tour auf der im Februar 2006 erschienenen Live DVD/CD.
Im Mai 2007 steuerte die Band bereits zum 3.Mal einen Song für das Shrek Franchise bei. "Royal Pain" heißt der Song, der als Opening Track im Film "Shrek der Dritte" zu hören ist. Auch das schon von "Blinking Lights And Other Revelations" bekannte "Losing Streak" ist auf dem OST zu finden.
Fanszene
Eels haben einen weit verbreiteten Fankreis. Die diversen Welttourneen brachte die Band nach Europa, Australien, Japan und natürlich Amerika. Besonders erfolgreich ist die Band in Großbritannien und im mittel- bis nordeuropäischen Bereich.
Es gab schon diverse Zusammenarbeiten zwischen der Band und den Fans. So wurde zum Beispiel im Jahre 2001 ein Song namens
Hidden Track aufgenommen, dessen Text nur aus Einsendungen der Fans bestand.
Die relativ große Fanszene ist auch selbständig sehr aktiv. So gab es 1999 ein Tribute Album der Fans, organisiert von der damaligen Fanseite
The Galaxy (heute
Behindthechurch.com). Im Jahre 2006 entsteht das zweite Tribute Album, welches
HIER zum Download bereit steht.Des Weiteren gibt es derzeit den weltweit ersten Eels-Karaoke-Contest auf der österreichischen Fanseite
Rocking Eels.
Diskografie
- Beautiful Freak (1996)
- Electro-Shock Blues (1998)
- Daisies of the Galaxy (2000)
- Oh, What a Beautiful Morning (2000, Live-Album)
- Souljacker (2001)
- Electro-Shock Blues Show (1998 aufgenommen/2002 veröffentlicht, Live-Album)
- Shootenanny! (2003)
- Blinking Lights and Other Revelations (2005, Doppelalbum)
- B Sides & Rarities 1996-2003 (2005) ? Exclusiv-Download im iTunes Music Store
- Sixteen Tons (Ten Songs) (2003/2005, Live-Album)
- Eels With Strings ? Live at Town Hall (2005 aufgenommen/2006 veröffentlicht, Live-Album & -DVD)
Weblinks
RockbandUS-amerikanische Band
EelsEelsEels EelsEelsEelsEelsEelsEelsEels