Grave Digger ist eine deutsche Metal-Band aus Gladbeck.
Bandgeschichte
Gegründet wurde
Grave Digger Ende des Jahres 1980. Nach diversen Auftritten auf kleineren Festivals nahm die Band in der Besetzung Chris Boltendahl, Peter Masson, Willi Lackmann und Phillip Seibel 1983 zwei Songs für die Compilation
Rock From Hell auf. Im Mai 1984 veröffentlichte Grave Digger (nunmehr mit Albert Eckardt am Schlagzeug) ihr Debütalbum
Heavy Metal Breakdown.
1985 folgte ihr zweites Album
Witch Hunter. Weitere Festivalauftritte, eine Tournee zusammen mit Helloween im Juni 1985 und schließlich eine Dreifach-Headliner Tour mit Celtic Frost und Helloween im Februar 1986 folgten, nachdem kurz zuvor im Januar 1986 das dritte Album
War Games (erstmals mit C. F. Brank am Bass) auf den Markt kam. Nach dem Ausstieg von Peter Masson im Mai 1986, folgte Ende 1986 der Namenswechsel in
Digger, unter dem sie mit Uwe Lulis an der Gitarre das Album
Stronger than ever herausbrachten. Dieses Album hat kaum noch etwas mit der ursprünglichen Musik von
Grave Digger gemein. Vielmehr ist es der Versuch, die Massen mit Mainstream-Rock im Stil von Bon Jovi oder Van Halen zu erreichen. Da das Album floppte, erklärte Chris Boltendahl Ende 1987 die Auflösung der Band.
Doch 1991 kam die Band teilweise wieder zusammen. Chris Boltendahl und Uwe Lulis nahmen mit den Neuzugängen Tomi Göttlich und Peter Breitenbach (Warhead) zunächst die EP
Ride On – For Promotion Only auf. Letzterer wurde bald durch Jörg Michael ersetzt, der schon bei Rage und Running Wild getrommelt hatte, und ihre Comeback-Platte
The Reaper entstand, mit der Grave Digger wieder zu ihren Ursprüngen zurückkehrten. Im selben Jahr kam
Best Of The Eighties, ein Best-of-Album der früheren Werke, heraus.
1994 folgte das Album
Symphony Of Death. Zwischenzeitlich machten Grave Digger noch mit ihrem neuen Mitglied Frank Ullrich (Schlagzeug) eine Tour durch Deutschland und spielten als Vorband von Manowar. 1995 erschien dann
Heart Of Darkness, ein sehr düsteres Album mit Einflüssen der früheren Werke von Annihilator.
Das 1996 mit Stefan Arnold als neuem Schlagzeuger erschienene Konzeptalbum
Tunes Of War, welches die schottische Geschichte behandelte, war der Beginn der, aus Konzeptalben bestehenden, Mittelalter-Trilogie. Diese wurde mit dem Album
Knights Of The Cross aus dem Jahre 1997 mit Jens Becker (Ex-Running Wild) am Bass weitergeführt, welches vom Aufstieg und Fall des Templerordens handelte. Beendet wurde die Trilogie im Jahre 1999 mit dem Album
Excalibur, welches die Sage um König Artus und die Ritter der Tafelrunde behandelte.Daraufhin folgte eine Welttournee, mit Hans-Peter Katzenburg als Keyboarder, der später festes Mitglied der Band wurde und bis heute als
Reaper geschminkt und gekleidet auf der Bühne steht.
Im Jahr 2000 feierten
Grave Digger zwanzigjähriges Bestehen und spielten zu diesem Anlass am 11. November in der „Zeche“ in Bochum ein Konzert, welches völlig ausverkauft war. Geboten wurden die beliebtesten Lieder der Band, ergänzt durch eher selten gespielte Lieder. Unterstützung erhielten
Grave Digger auch von verschiedenen Gastmusikern. Dieses Konzert markiert einen Abschnitt in der Bandgeschichte, auch weil kurz danach Uwe Lulis aus persönlichen und geschäftlichen Gründen die Band verließ. Nach seiner Zeit bei Grave Digger gründete Lulis die Band Rebellion.
Ersatz wurde in dem Ex-Rage-Gitarristen Manni Schmidt gefunden. Mit ihm und unter dem neuen Platten-Label Nuclear Blast erschien 2001
The Grave Digger. Als Inspiration für die Texte dieses Albums dienten die Werke von Edgar Allan Poe.2002 kam dann das erste Live-Album
Tunes Of Wacken und auch die erste DVD mit dem Auftritt auf dem Wacken Open Air 2001 auf den Markt. Zwei Jahre später erschien mit
Rheingold ein weiteres Konzept-Album, welches sich rund um den Ring des Nibelungen von Richard Wagner dreht.
Nach der erfolgreichen
Rheingold-Tour mit Symphorce und Wizard im Vorprogramm ging es ins Studio für das nächste Album
The Last Supper (engl.: Das letzte Abendmahl), welches wie sein Vorgänger ein Konzeptalbum ist. Es beschäftigt sich mit den letzten Tagen Jesu. Einige Journalisten beschreiben das Werk als bestes Album seit
Tunes of War oder
Heavy Metal Breakdown. Das Cover wurde zum ersten Mal von Gyula Havancsak gestaltet. Das Album erschien am 17. Januar 2005, die Tour mit Stormhammer und Astral Doors begann am 11. Februar in Andernach, dem Geburtsort von Manni Schmidt.
Auf der
„Last Supper“-Tour wurde am 7. Mai 2005 der Auftritt in São Paulo mitgeschnitten und ist im Oktober 2005 auf einer Live-DVD mit dem Titel
25 to Live zum 25-jährigen Band-Bestehen erschienen. Die Spielzeit der DVD umfasst etwa 2 Stunden und 30 Minuten. Unter der Setlist des Konzertes sind auch Klassiker und lang nicht gespielte Songs, wie „Witch Hunter“, „Paradise“ und „Shoot Her Down“, zu finden. Zeitgleich ist auch eine gleichnamige Doppel-Live-CD erschienen.
Anfang 2006 wechselten Grave Digger von Nuclear Blast zum spanischen Label Locomotive Records. Am 29. September erschien die neue Single, eine neu eingespielte Version des Liedes
Yesterday. Sie enthält zusätzlich eine kostenlose Live-DVD mit dem Auftritt auf dem Rock Machina Festival 2001 in Spanien. Am 12. Januar 2007 ist ein neues Album mit dem Titel
Liberty or Death erschienen. Eine „Double Headliner“-Tour mit Therion folgte. Vorband waren übrigens Sabaton. Auch spielten Grave Digger auf dem Wacken Open Air 2007. Auf der In-Extremo-Best-Of-CD
Kein Blick zurück sind Grave Digger mit einer englischen Version von „Der Rattenfänger“ vertreten. Am 8. Oktober 2007 teilte Grave Digger auf ihrer Homepage im Rahmen eines Gewinnspiels mit, dass sie einen zweiten Gitarristen in die Band aufnehmen werden. Bei diesem Gitarristen handelt es sich um Thilo Hermann, ehemals bei Faithfull Breath, Risk, Holy Moses und Running Wild. Hermann spielte bereits live mit der Band und beteiligte sich auch am folgenden Album, welches unter dem Titel
Ballads of a Hangman am 9. Januar 2009 erschienen ist. Bereits im Februar 2009 schied der neue Gitarrist wieder aus, laut Aussage der Band jedoch nicht aufgrund von "zwischenmenschlichen Problemen", sondern wegen mehrerer sachlicher Punkte, "von der Platzsituation auf der Bühne bis hin zu musikalischen Aspekten".
Diskografie
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Studioalben
- 1984: Heavy Metal Breakdown
- 1985: Witch Hunter
- 1986: War Games
- 1987: Stronger Than Ever (unter dem Bandnamen „Digger“)
- 1993: The Reaper
- 1994: Symphony Of Death
- 1995: Heart Of Darkness
- 1996: Tunes Of War
- 1998: Knights Of The Cross
- 1999: Excalibur
- 2001: The Grave Digger
- 2003: Rheingold
- 2005: The Last Supper
- 2007: Liberty Or Death
- 2009: Ballads Of A Hangman
Livealben, Compilations & Box Sets
- 1993: Best Of The Eighties (Compilation)
- 2002: Tunes Of Wacken (Live)
- 2002: The Middle Age Trilogy (Box Set)
- 2002: The History Part One (Compilation)
- 2002: Masterpieces (Compilation plus DVD)
- 2002: Grave Digger – Die definitive Biografie (Bonus-CD zum Buch)
- 2003: Lost Tunes From The Vault (Compilation)
- 2005: 25 to Live (Live-Doppel-CD)
Singles & EPs
- 1984: Shoot Her Down
- 1993: Ride On (Promo)
- 1996: Rebellion (The Clans Are Marching) (Promo)
- 1997: The Dark Of The Sun (EP)
- 1999: The Round Table (Forever)
- 2006: Yesterday '06
- 2008: Pray
Samplerbeiträge
- 1983: Rock From Hell („Violence“ und „2000 Lightyears From Home“)
- 1985: Metal Attack („Shine On“ und „Tears Of Blood“)
- 1999: Tribute To Accept Vol. 1 („Starlight“)
- 1999: Holy Dio – A Tribute to Ronnie James Dio („We Rock“)
- 2002: Tribute To The Beast – Iron Maiden („Running Free“)
- 2002: The music remains the same – A metal tribute to Led Zeppelin („No quarter“)
- 2005: Cover It Up Vol. 1 („Running Free“)
Videos & DVDs
- 2002: Tunes Of Wacken Live (DVD)
- 2002: Masterpieces (DVD plus CD)
- 2005: 25 to Live (als CD und DVD sowie CD + DVD in limitierter Auflage)
Literatur
- Chris Boltendahl, Holger Koch, Andreas Schöwe: Grave Digger – Die definitive Biografie. Hannibal, Höfen 2002, ISBN 3-85445-217-9
Weblinks
Einzelnachweise
Heavy-Metal-BandPower-Metal-BandDeutsche Band
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