Marilyn Monroe stern.de[ Spoto, Donald, Marilyn Monroe - Die Biographie. München, 1994. ISBN 3453082761 ][ New York Times].
Von Donald Spoto stammt eine Behauptung, Monroes Tod sei infolge eines groben ärztlichen Kunstfehlers eingetreten. Demnach habe ihr Psychiater Dr. Ralph Greenson ein Klistier mit Chloralhydrat gegen ihre Schlafstörungen verabreicht, obgleich sie zu diesem Zeitpunkt bereits ein Barbiturat genommen hatte, das ihr ein Arzt namens Dr. Hyman Engelberg verschrieben hatte. Engelberg war ursprünglich von Greenson selbst beauftragt worden, Monroes Medikation zu übernehmen. An jenem Abend des 4. August gab Greenson, ohne vorher Rücksprache mit Engelberg zu halten, Marilyn das besagte Klistier mit Chloralhydrat, das mit dem von ihr zuvor eingenommenen Barbiturat einen tödlichen Cocktail bildete. Laut Obduktionsberichten des Pathologen Thomas Noguchi starb Marilyn Monroe an einem Barbiturat und er vermutete ebenfalls Chloralhydrat. In ihrem Magen wurden allerdings keine unaufgelösten Kapseln gefunden, die bei oraler Aufnahme hätten vorhanden sein müssen. Es ist aber bekannt, dass sie die Kapseln aufbrach und das in ihnen enthaltene Pulver in Wasser auflöste, um eine schnellere Wirkung zu erzielen. Tatsache ist, dass bei der Obduktion eine violette Verfärbung des Dickdarms auffiel - dies spricht für eine Verabreichung der tödlichen Dosis durch einen Einlauf. Auch sind heute keine der damals eingelagerten Gewebeproben mehr erhalten, so dass die Todesursache von Marilyn Monroe nicht zweifelsfrei geklärt werden kann.
[ Spoto, Donald, Marilyn Monroe - Die Biographie. München, 1994. ISBN 3453082761 ]Die neuesten Erkenntnisse nach den Aussagen John Miners, der bei der Obduktion Monroes zugegen war, stellen allerdings einen anderen Zusammenhang zwischen dem Barbiturat
Nembutal und dem Chloralhydrat her.
Nembutal war in sehr hoher Konzentration im Körper vorzufinden. Einer oralen Einnahme (Selbsttötung) widerspricht die Tatsache, dass eine so hohe Dosis sofort tödlich gewesen wäre. Die Leberwerte sprechen aber dafür, dass die Substanz vom Körper langsam aufgenommen wurde und in der Leber abgebaut werden sollte. Da eine Tabletteneinnahme mangels Spuren im Magen und auch eine Injektion auszuschließen sind, muss Marilyn Monroe das
Nembutal über einen Einlauf verabreicht bekommen haben. Das Chloralhydrat, mutmaßlich oral in einem Drink mit einem um 22 Uhr eintreffenden unbekannten Besucher aufgenommen, könnte als Betäubungsmittel gedient haben. Hierdurch wird die Theorie der Tötung untermauert.
[Los Angeles Times, 5. August 2005 (engl.) Miner's Account of Monroe's Death]Marilyn Monroe wurde am 8. August in einem Bronzesarg auf dem
Corridor of Memories im Westwood Memorial Park in Los Angeles beigesetzt. Die Bestattung wurde von ihrem Ex-Ehemann Joe DiMaggio organisiert, die Trauerrede hielt Lee Strasberg.
[ Bericht im New York Mirror, 9. August 1963]
Nachlass
Der Nachlass von Marilyn Monroe wird heute vom
Estate of Marilyn Monroe verwaltet, der u. a. eine offizielle Website über die Künstlerin mitbetreibt und Rechte und Copyrights an Fotografien der Schauspielerin besitzt und diese vermarktet.
siehe auch ? Weblinks zum Artikel
Filmografie
Die folgenden Kurzinfos nennen zuerst den deutschen Kino- und/oder Fernsehtitel; in Klammern folgt jeweils der Originaltitel.
Abkürzung R = Regie
- 1947: Gefährliche Jahre (Dangerous Years) R: Arthur Pierson
- 1948: Sommergewitter (Scudda Hoo! Scudda Hay!) R: F. Hugh Herbert
- 1948: Ich tanze in dein Herz (Ladies of the Chorus) R: Phil Karfson
- 1950: Die Marx-Brothers im Theater (Love Happy) R: David Miller
- 1950: Fahrkarte nach Tomahawk (A Ticket to Tomahawk) R: Richard Sale
- 1950: Asphalt Dschungel (The Asphalt Jungle) R: John Huston, mit Sterling Hayden, Louis Calhern
- 1950: Alles über Eva (All About Eve) R: Joseph L. Mankiewicz
- 1950: Feuerball (The Fireball) R: Tay Garnett
- 1950: Rechter Haken (Right Cross) R: John Sturges
- 1951: Reportage aus der Heimatstadt (Hometown Story) R: Arthur Pierson
- 1951: So jung wie man sich fühlt (As Young as you Feel) R: Harman Jones
- 1951: Liebesnest (Love Nest) R: Joseph Newman
- 1951: Machen wir's legal (Let's Make it Legal) R: Richard Sale
- 1952: Vor dem neuen Tag (Clash by Night) R: Fritz Lang
- 1952: Wir sind gar nicht verheiratet (We're not Married) R: Edmund Goulding
- 1952: Versuchung auf 809 (Don't Bother to Knock) R: Roy Baker
- 1952: Liebling, ich werde jünger (Monkey Business) R: Howard Hawks
- 1952: Fünf Perlen (O. Henry's Full House) R: Henry Koster
- 1953: Niagara (Niagara) R: Henry Hathaway
- 1953: Blondinen bevorzugt (Gentlemen Prefer Blondes) R: Howard Hawks
- 1953: Wie angelt man sich einen Millionär? (How to Marry a Millionaire) R: Jean Negulesco
- 1954: Fluß ohne Wiederkehr (River of No Return) R: Otto Preminger
- 1954: Rhythmus im Blut (There's no Business like Show Business) R: Walter Lang
- 1955: Das verflixte 7. Jahr (The Seven Year Itch) R: Billy Wilder
- 1956: Bus Stop (Bus Stop) R: Joshua Logan
- 1957: Der Prinz und die Tänzerin (The Prince and the Showgirl) R: Laurence Olivier
- 1959: Manche mögen?s heiß (Some like it Hot) R: Billy Wilder
- 1960: Machen wir's in Liebe (Let's Make Love) R: George Cukor
- 1961: Misfits ? Nicht gesellschaftsfähig R: John Huston
- 1962: Something's Got to Give; unvollendet. R: George Cukor
Auszeichnungen
- 1951 Henrietta-Award für die vielversprechendste Persönlichkeit des Jahres
- 1952 Look Magazine Persönlichkeit des Jahres 1952
- 1953 Photoplay Award für den am schnellsten aufsteigenden Star von 1952
- 1953 Redbook-Preis für die beste junge Kassenerfolg-Persönlichkeit
- 1954 Photoplay Award für die beste Schauspielerin in Blondinen bevorzugt und Wie angelt man sich einen Millionär?
- 1959 David di Donatello (Italien) für die beste ausländische Schauspielerin in Der Prinz und die Tänzerin
- 1959 Étoile de Cristal (Frankreich) für Der Prinz und die Tänzerin
- 1960 Golden Globe Award in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin ? Komödie oder Musical für Manche mögen?s heiß
- 1962 Golden Globe Award als beliebteste Schauspielerin der Welt
Siehe auch (externe Links):
Diskografie
In vielen ihrer Filme trat Marilyn Monroe auch als Sängerin auf. Ihre bekanntesten Lieder sind
Diamonds are a Girl's Best Friend und
I Wanna be Loved by You. Aber auch bei mehreren Auftritten, wie z. B. bei der Geburtstagsfeier von John F. Kennedy, zeigte sie, dass ihr Gesang durchaus vor Publikum bestehen konnte. Monroe nahm einige ihrer Lieder auch für Schallplatten auf, sie agierte aber nie als professionelle Sängerin. Bis auf den Soundtrack zu
Manche mögen?s heiß und Aufnahmen für RCA Records wurden Monroes Songs erst nach ihrem Tod veröffentlicht.
Nachfolgend sind die Lieder von Marilyn Monroe aufgelistet, die sie in ihren Filmen oder bei Live-Auftritten gesungen hat:
- 1947 im Film Ich tanze in dein Herz: Anyone Can See I Love You und Every Baby Needs a Da-Da-Daddy
- 1950 in Fahrkarte nach Tomahawk: im Chor Oh! What a Forward Young Man You Are
- 1953 in Niagara: Kiss
- 1953 in Blondinen bevorzugt: Diamonds Are a Girl's Best Friend und zusammen mit Jane Russell Two Little Girls from Little Rock, When Love Goes Wrong und Bye Bye Baby
- 1953 in der Fernseh-Comedy-Serie The Jack Benny Show (Episode Nr. 4.1: Honolulu Trip): Bye Bye Baby
- 1954 beim Auftritt bei der Truppenbetreuung in Korea: Kiss me again, Diamonds Are a Girl's Best Friend, Bye Bye Baby und Somebody shoots me up
- 1954 in Fluß ohne Wiederkehr: Down in the Meadow, I'm Gonna File My Claim, One Silver Dollar und River of No Return
- 1954 in Rhythmus im Blut: There's No Business Like Show Business, Heat Wave, Lazy und After You Get What You Want You Don't Want It
- 1954 nahm Monroe die Songs A Fine Romance, She Acts Like a Woman Should und You'd Be Surprised für das Musiklabel RCA Records auf
- 1955 in Das verflixte 7. Jahr: Chopsticks
- 1956 in Bus Stop: That Old Black Magic
- 1957 in Der Prinz und die Tänzerin: I Found a Dream
- 1959 in Manche mögen?s heiß: I Wanna Be Loved by You, I'm Through with Love und Running Wild ; es gibt eine Gesangsversion von Some like it hot
- 1960 in Machen wir's in Liebe: My Heart Belongs to Daddy, Incurably Romantic, Specialization und Let's Make Love
- 1962 beim Auftritt bei der Geburtstagsfeier von John F. Kennedy: Happy birthday, Mr. President
Marilyn Monroe in Kunst und Kultur
Musik
- Cliff Jones schrieb das Musical Hey Marilyn über das Leben von Marilyn Monroe, die Hauptrolle spielte Beverly D'Angelo
- Ray Anthony komponierte den Song My Marilyn und sang ihn 1952 für Monroe anlässlich einer Promotion zum Film Niagara
- 1973 erschien der Song Candle in the Wind auf Elton Johns Album Goodbye Yellow Brick Road als eine Huldigung an Monroe. Das Lied wurde 1997 zur Beerdigung von Prinzessin Diana neu aufgelegt
- 1981 schrieb die Horrorpunk-Band Misfits das Lied Who Killed Marilyn? über Marilyn Monroes Tod. Der Name der Band entstand als Anlehnung an Monroes Film Misfits ? Nicht gesellschaftsfähig
- 1994 schrieb die Band Suede mit dem Lied Heroine auf ihrem Album Dog Man Star album eine Hommage an Monroe
- Marilyn Monroe wird in vielen Songs erwähnt, u. a. in Madonnas Vogue, Billy Joels We Didn?t Start the Fire, in Robbie Williams' The Actor oder in Celluloid Heroes von The Kinks
- Der Name der Band Norma Jean richtet sich nach Monroes Mädchennamen
Spielfilme
Neben zahlreichen Dokumentationen über Monroes Leben, wurden auch einige Spielfilme über sie, meist frei nach ihrer Biografie, gedreht.
- Goodbye, Norma Jean (1976), mit Misty Rowe. Der Film handelt von dem Aufstieg Monroes zum Star
- Insignificance - Die verflixte Nacht (1985), mit Theresa Russell. Marilyn Monroe trifft Albert Einstein
- Goodnight, Sweet Marilyn (1989), mit Paula Lane und Misty Rowe. Es werden die letzten Jahre von Monroe gezeigt
- Calendar Girl (1993), mit Stéphanie Anderson, Jason Priestley und Jerry O?Connell. Zwei Fans versuchen Marilyn Monroe zu treffen
- Marilyn ? Ihr Leben (1996), mit Ashley Judd als Norma Jean und Mira Sorvino als Marilyn. Marilyns Alter Ego Norma Jean gibt Ratschläge zum Lebenswandel
- The Island (1998), mit Sally Kirkland. Der Film handelt von Monroes Affäre mit John F. Kennedy
Kunst (Auswahl)
- Willem de Kooning: Marilyn Monroe (Ölmalerei auf Leinwand, 1954)
- Andy Warhol: Marilyn Diptych (Acrylsiebdruck auf Leinwand, 1962)
- James Rosenquist: Marilyn Monroe I (Öl und Lackspray auf Leinwand, 1962)
- Mimmo Rotella: Marilyn Monroe (handcolorierte Dé-coll/age), 1962)
- Richard Hamilton: My Marilyn (Fotos und Öl auf Leinwand, 1966)
- Salvador Dali: Mao Monroe (Öl auf Perspex, 1967)
- Robert Rauschenberg: Test Stone #1 (Lithografiedruck auf Papier, 1967)
- George Segal: The Film Poster (Papierdruck, 1967)
- Ray Johnson: Dear Marilyn Monroe (Collage, 1972?1994) und Dear Marilyn Monroe, To Chuck Close (Collage, 1980?1994)
- Audrey Flack: Marilyn: Golden Girl (Öl auf Acryl, 1978)
- Richard Serra: Marilyn Monroe?Greta Garbo (Stahl-Skulptur und Lithografie, 1981)
- Peter Blake: Marilyn Monroe Over a Painting No 1 (Foto auf Gemälde, 1989-1990), Marilyn Monroe Wall No 2 (Assemblage, 1990), MM Red Yellow (Collage, 1990), M for Marilyn Monroe (Screenprint-Siebdruck, 1991) und H.O.M.A.G.E. ? JJ MM RR KS (Collage, 1991)
- Douglas Gordon: As Kurt Cobain, as Andy Warhol, as Myra Hindley, as Marilyn Monroe (Selbstportrait als Farbfotografie, 1996)
- Barbara Kruger: Not Stupid Enough (beschriftete Schwarzweißfotografie, 1997)
- Mel Ramos: Peek-a-boo Marilyn (Farblithografie, 2002)
- Gina Lollobrigida: My Friend Marilyn Monroe (Bronze-Skulptur, 2003)
Literatur (Auswahl)
- Michael Conway und Mark Ricci: Marilyn Monroe und ihre Filme. Goldmann, München 1980, ISBN 3-442-10208-1
- Norman Mailer: Marilyn Monroe. Eine Biographie. Droemer-Knaur, München und Zürich 1993, ISBN 3-426-75025-2
- Ruth-Esther Geiger: Marilyn Monroe. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1995, ISBN 3-499-50507-X
- Barbara Leaming: Marilyn Monroe. Die Biographie jenseits des Mythos. Herbig, München 1999. ISBN 3-7766-2103-6
- Adam Victor: Marilyn Monroe Enzyklopädie. Könemann, Köln 2000, ISBN 3-8290-4821-1
- Bert Stern: Marilyn Monroe - The Last Sitting, Schirmer und Mosel Verlag, München 2002, ISBN 3-88814-196-6
- André de Dienes: Marilyn. Taschen, Köln 2002. ISBN 3-8228-1467-9
- Matthew Smith: Warum musste Marilyn Monroe sterben?. Krüger, Frankfurt am Main 2003
- Andreas Jacke: Marilyn Monroe und die Psychoanalyse. Psychosozial Verlag, Gießen 2005, ISBN 978-3-89806-398-2, ISBN 3-89806-398-4
- Luciano Mecacci: Der Fall Marilyn Monroe und andere Desaster der Psychoanalyse. Btb, München 2005. ISBN 3-442-73110-0
- Michel Schneider: Marilyns letzte Sitzung. btb, München 2007 ISBN 978-3-442-75192-1