Die
Stone Temple Pilots sind eine aus San Diego in Kalifornien stammende US-amerikanische Rockband der 90er Jahre. Sie wurden im Zuge der Hochphase des Grunge bekannt. Die Band löste sich im Jahr 2003 auf, im Frühling 2008 kam es zu einer Reunion.
Die fünf Alben der Band verkauften sich allein in den USA über 17 Millionen Mal. Die Band erreichte 15 Top-Ten-Singles in den Billboard Rock Charts, davon sechs Nummer #1 Hits. Das 1994er Album
Purple erreichte Nummer #1 in den Billboard Pop Charts. STP gewannen 1994 den Grammy für die Beste Hard-Rock-Darbietung mit Gesang für den Titel
Plush vom Album
Core.
Bandgeschichte
1987 trafen sich Scott Weiland und Robert DeLeo zum ersten Mal auf einem Konzert der Gruppe Black Flag. Wenig später gründeten sie eine Band. Als Schlagzeuger holten sie sich Eric Kretz, der ihnen bei einer lokalen Band aufgefallen war und nannten sich
Mighty Joe Young. Nachdem sie auch Roberts älteren Bruder Dean überreden konnten, als Gitarrist in der Band mitzuwirken, war die Aufstellung komplett.
Durch Aufkleber mit den Buchstaben
STP (eine Motorenölmarke) inspiriert, versuchten sie, einen Namen daraus zu entwickeln und nannten sich daraufhin
Shirley Temple’s Pussy. Nach Demoaufnahmen und Auftritte nahm Atlantic Records die Band 1992 unter Vertrag und brachte sie dazu, sich künftig
Stone Temple Pilots zu nennen. Im selben Jahr erschien im November mit
Core das erste Album der Band. Bis heute ist
Core rund 7 Millionen mal in den USA verkauft worden. Eine Vielzahl der Alben wurde durch Brendan O'Brien produziert. Der dynamische Hardrock der Band brachte den Mitgliedern trotz des qualitativ hochwertigen Materials neben einer wachsenden Anhängerschaft auch die Häme der Kritiker ein: Die Rezensenten beschäftigten sich in der Folge indes eher mit den vermeintlichen Anleihen bei Bands wie Soundgarden oder Pearl Jam sowie den Drogenproblemen des Sängers Scott Weiland
[ Laut.de], die sich in der Folge verschärften. Die Singles
Plush und
Creep wurden in den Staaten derweil große Erfolge und die bissige Berichterstattung konnte dem Erfolg der Truppe nicht viel anhaben.
Im Mai 1994 folgte das Album
Purple, mit dem sich die Band durch einen poppigeren Stil von der Grungeszene löste. Durch das Einfügen psychedelischer Elemente prägte die Band einen eigenen Stil. Das Album stieg sofort auf Platz 1 in den Billboard Charts und hielt sich dort drei Wochen. Die Singles
Vasoline und vor allem der eingängige
Interstate Love Song wurden große Hits. Mit dem Erfolg verschlimmerten sich auch die Drogenprobleme des Sängers weiter, die 1995 begonnenen Sessions in einem Studio, um neues Material einzuspielen, scheiterten an der mangelnden Disziplin Weilands, der jetzt immer öfter abwesend war und den Verpflichtungen der Band fernblieb.
Das Album
Tiny Music… Songs From The Vatican Gift Shop erschien Ende März 1996 und stieg auf Platz 5 der Charts ein. Die Veröffentlichung erhielt Platin für zwei Millionen verkaufte Exemplare. Erstmals zeigte die Musik an einigen Stellen Schwächen, andererseits verstummten jetzt erstmals die Kritiker. Die Stone Temple Pilots präsentierten eine ausgesprochen 60s-lastige Platte, die an den Beatles geschult war und zwischen Pop-Grandezza und Hard Rock hin und herpendelte. Je stärker die Entwicklung der Band als Musiker voranschritt, desto mehr sanken auch die Plattenverkäufe. Die Kritik wies zwar daraufhin, dass es der Band offenbar gelänge, einen eigenen Stil zu entwickeln, das Publikum zeigte sich aber weniger gnädig: Abgesagte Tourneen und Auftritte waren aufgrund der Drogensucht Weilands an der Tagesordnung und verhinderten eine entsprechende Promotion des Materials.
Die Mitglieder widmeten sich schließlich 1997 Soloprojekten. So nahm Weiland 1998 sein Album
12 Bar Blues auf, während die verbleibenden drei Musiker mit dem Sänger von Ten Inch Men, Dave Coutts, das Album
Talk Show einspielten.
1999 nahmen die Stone Temple Pilots das Album
No. 4 auf, dass einen Querschnitt aus den vorangegangenen Alben enthielt: Das zerfahrene Element von Weilands Soloplatte, die 60s-Einflüsse der Band und psychedelischen Hardrock prägten die Platte. Zur ersten Single
Down konnte kein Video gedreht werden, da Scott Weiland gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen hatte und für fünf Monate ins Gefängnis musste. Die Band griff daher auf Archivmaterial zurück.
Sour Girl war indes in Deutschland ein kleiner Erfolg.
Bei der nachfolgenden Tour durch die Vereinigten Staaten absolvierte die Band rund 200 Auftritte, ein Teil davon fand mit den Red Hot Chili Peppers statt. Das Album
No. 4 erhielt Platin für vier Millionen verkaufte Platten in den USA.
Im Jahr 2001 erschien das letzte Album der Band,
Shangri-La Dee Da. Die Stone Temple Pilots gingen mit Staind und Linkin Park auf Tour. Nach einer Prügelei zwischen Scott Weiland und Dean DeLeo zerbrach die Band im Jahre 2003, später vertrug man sich wieder. Es folgte im selben Jahr das Best of Album
Thank you. Die Bandmitglieder gingen von dort an getrennte Wege.
Sänger Scott Weiland gründete im Jahre 2003 mit ehemaligen Mitgliedern von Guns N’ Roses die All-Star-Band Velvet Revolver. Dean und Robert DeLeo gründeten 2005 mit Richard Patrick von Filter die Band Army of Anyone. Schlagzeuger Eric Kretz eröffnete das Bomb Shelter Studio in Los Angeles.
Wie auf der offiziellen Homepage der Band nachzulesen ist, wird sie im Sommer eine Reuniontour in den USA und Kanada starten. Scott Weiland hat Velvet Revolver seit April 2008 verlassen. Auf einer Pressekonferenz mit anschließendem Konzert am 7. April 2008 gaben die Stone Temple Pilots bekannt, nach der Tour an einem neuen Album arbeiten zu wollen.
Diskografie
Alben
- Core (1992)
- Live & Alive (Livealbum 1993)
- Purple (1994)
- Tiny Music… Songs from the Vatican Giftshop (1996)
- No. 4 (1999)
- Shangri-La Dee Da (2001)
Kompilationen
- Thank You (2003, Best Of)
- Buy This (2008)
Singles
- Sex Type Thing
- Plush
- Creep
- Dead and Bloated
- Vasoline
- Interstate Love Song
- Big Empty
- Unglued
- Big Bang Baby
- Pretty Penny
- Dancing Days
- Trippin' On a Hole in a Paper Heart
- Lady Picture Show
- Tumble in the Rough
- Down
- Sour Girl
- No Way Out
- Days of the Week
- Hollywood Bitch
- Revolution
- All In The Suit That You Wear
Andere Veröffentlichungen
- Talk Show – Talk Show (1998)
- 12 bar blues (1998, Scott Weiland solo)
Weblinks
Einzelnachweise
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