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Lennon und Yoko Ono, 1969]miniatur|hochkant|
Harrison, 1974]
The Beatles waren eine britische Rockband bestehend aus John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr. Die Gruppe gehört mit bisher ca. 1,3 Milliarden
verkauften Tonträgern zu den kommerziell erfolgreichsten Bands des 20. Jahrhunderts.
Geschichte
Frühe Jahre (1956–1960)
Die späteren Beatles entwickelten sich Ende der 1950er-Jahre aus einer Reihe von Vorläuferbands um den Liverpooler Schüler John Lennon. Der musikbegeisterte 16-Jährige gründete gegen Ende des Jahres 1956 in Liverpool die Skiffle-Gruppe The Quarrymen, benannt nach seiner
Quarry Bank High School. Erste Mitglieder dieser Schülerband waren neben Lennon (Gesang/Gitarre) der Gitarrist Eric Griffiths, der Schlagzeuger Colin Hanton, der Banjo-Spieler Rod Davis, der Bassist Len Garry und Pete Shotton am Waschbrett.
[Pete Shotton und Nicholas Schaffner: The Beatles, Lennon, and Me. New York: Stein and Day, 1984. ISBN 978-0-8128-8072-4. S. 85-88] Die Besetzung der Quarrymen, die bei privaten Feiern und Schulfesten ihre ersten Auftritte absolvierte, wechselte allerdings ständig, was nicht unwesentlich am exzentrisch-launischen Bandleader lag. Zum Repertoire der Gruppe gehörten Stücke damaliger Musik-Größen wie Buddy Holly, Eddie Cochran und Lonnie Donegan.
Der wohl wichtigste Tag der noch jungen Bandgeschichte ist der 6. Juli 1957, als die Quarrymen bei einem Gartenfest der Pfarrgemeinde von Liverpool-Woolton auftraten. Nach dem ersten der zwei Konzerte wurde John Lennon von seinem Schulfreund Ivan Vaughan dem 15-jährigen Paul McCartney vorgestellt. Lennon war beeindruckt, als McCartney textsicher eine Version des Cochran-Stücks
Twenty Flight Rock zum Besten gab.
[Pete Shotton und Nicholas Schaffner: The Beatles, Lennon, and Me. New York: Stein and Day, 1984. ISBN 978-0-8128-8072-4. S. 88-90] Einige Tage später wurde er in die Gruppe aufgenommen. Der erste gemeinsame Auftritt fand am 18. Oktober 1957 in der Liverpooler
New Clubmoor Hall statt.
[Mark Lewisohn: The Complete Beatles Chronicle. Hamlyn, 2006, ISBN 0-600-61001-2. S. 15] Die Aufnahme von Paul McCartney bedeutete für John Lennon einerseits den Verlust seiner unumschränkten Führungsposition, andererseits aber eine künstlerische Konkurrenz auf Augenhöhe und eine gewinnbringende Quelle der Inspiration. Im Sommer 1957 begannen Lennon und McCartney mit dem gemeinsamen Komponieren eigener Stücke, zu den ersten gehörten
Too Bad About Sorrows und
Just Fun.
[Barry Miles: Paul McCartney. Many Years from Now. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1999, ISBN 3-499-60892-8. S. 56–57][Doug Sulpy und Ray Schweighhardt: Get Back: The Beatles’ Let It Be Disaster. London: Helter Skelter Publishing, 2003. ISBN 978-1-900924-83-2. S. 132]Am 6. Februar 1958 besuchte George Harrison, ein 14-jähriger Freund von Paul McCartney, ein Konzert der Quarrymen in der
Wilson Hall von Liverpool-Garston.
[Mark Lewisohn: The Complete Beatles Chronicle. Hamlyn, 2006, ISBN 0-600-61001-2. S. 16] Nachdem er während einer Busfahrt John Lennon das Instrumentalstück
Raunchy vorgespielt hatte, wurde auch er in die Gruppe aufgenommen.
[Tony Bramwell und Rosemary Kingsland: Magical Mystery Tours: My Life with the Beatles. New York; Thomas Dunne Books, 2005. ISBN 978-0-312-33043-9. S. 28–29] Aufgrund seines eher zurückhaltenden Charakters und des leichten Altersunterschiedes blieb er aber bis auf Weiteres im Schatten von Lennon und McCartney, deren Freundschaft noch enger wurde, nachdem Lennons Mutter Julia am 15. Juli 1958 bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. McCartneys Mutter war bereits 1956 an Brustkrebs gestorben.
Ungefähr im Frühling oder Sommer 1958 nahmen The Quarrymen, die inzwischen aus Lennon, McCartney, Harrison, Colin Hanton und dem Klavierspieler John Lowe bestanden, zu privaten Zwecken die Lieder
That’ll Be the Day (eine Buddy-Holly-Komposition) und
In Spite of All the Danger (eine McCartney/Harrison-Komposition) im Homerecording-Studio von Percy Phillips in Liverpool auf. Die Lieder wurden direkt auf eine Schellackplatte aufgezeichnet. Die Schallplatte mit diesen ersten Aufnahmen der späteren Beatles wurde im Jahr 1981 von Lowe an Paul McCartney verkauft und 1995 im Rahmen der
Anthology erstmals veröffentlicht.
[John C. Winn: Way Beyond Compare: The Beatles’ Recorded Legacy, Volume One: 1957–1965. New York: Three Rivers Press, 2008. ISBN 978-0-307-45157-6. S. 2]Um sich für einen Auftritt im britischen Fernsehen zu qualifizieren, nahmen die Bandmitglieder im Oktober 1959 unter ihrem neuen Namen
Johnny and the Moondogs an einem Talentwettbewerb des Unternehmers Carroll Lewis teil. Nachdem sich die Gruppe für die Endrunde am 15. November 1959 in Manchester qualifizieren konnte, schien ein Sieg möglich, doch fand das Finale ohne die Moondogs statt, da die Gruppe aus finanziellen Gründen den letzten Zug nach Liverpool nehmen musste.
[Philip Norman: Shout! New York: Fireside Books, 2005. ISBN 978-0-7432-3565-5. S. 54]Im Januar 1960 stieß John Lennons Freund von der Kunstschule, der angehende Maler Stuart Sutcliffe, als Bassist zu den Moondogs. Der musikalisch unbedarfte Sutcliffe hatte sich auf Lennons Anraten hin vom Erlös eines seiner Gemälde eine Bassgitarre gekauft.
[Mark Lewisohn: The Complete Beatles Chronicle. Hamlyn, 2006, ISBN 0-600-61001-2. S. 18] Kurze Zeit später wurde die Gruppe in Anlehnung an die Buddy-Holly-Band The Crickets
(Die Grillen) in
The Silver Beatles umbenannt, wobei
Beatles eine gedankliche Verbindung des Musikstils Beat und dem englischen Wort für „Käfer“,
beetles, herstellt. In einem Artikel, den Lennon für das Liverpooler Musikmagazin
Mersey Beat verfasste, behauptete er, die Idee sei ihnen durch einen Mann auf einem flambierten Kuchen gekommen, der ihnen in einer Vision erschienen sei.
Im Mai 1960 begleiteten die Silver Beatles den Sänger Johnny Gentle auf einer Schottland-Tournee, die durch die Vermittlung des Managers Larry Parnes zustandegekommen war. Doch der erhoffte Durchbruch entwickelte sich zum Fiasko. Während der einwöchigen Reise musste sich die noch unbekannte Gruppe mit spärlichem Publikum, Hunger und Erschöpfung auseinandersetzen. Eines der zum Teil verwahrlosten Hotels musste wegen Geldmangel Hals über Kopf verlassen werden. Zudem wurde der damalige Schlagzeuger Tommy Moore bei einem Autounfall verletzt.
[Mark Lewisohn: The Complete Beatles Chronicle. Hamlyn, 2006, ISBN 0-600-61001-2. S. 20]Im darauffolgenden August verzichtete die Gruppe auf den Zusatz
Silver im Namen und nannte sich fortan
The Beatles.
Lehrjahre in Hamburg und Liverpool (1960–1961)
Auf der Suche nach englischen Musikgruppen für seine Hamburger Nachtlokale wandte sich der deutsche Veranstalter Bruno Koschmider im Sommer 1960 an seinen Liverpooler Geschäftspartner Allan Williams. Dieser hatte zeitweise das Management der Beatles übernommen und bot ihnen ein entsprechendes Engagement an. Am 16. August 1960 kamen John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Stuart Sutcliffe sowie der wenige Tage zuvor rekrutierte Schlagzeuger Pete Best in Hamburg an.
miniatur|Der Indra-Club im Jahr 2007Vom 18. August 1960 an spielten die Beatles täglich im Indra Club an der berüchtigten Großen Freiheit. Nach und nach passten sich die Gruppenmitglieder dem spannungsgeladenen Umfeld aus Gewalt, Alkohol, Drogen und Sex an. Durch die bis zu neun Stunden dauernden Arbeitstage wurden Repertoire, Spontaneität und Selbstbewusstsein vergrößert. Die Aufforderung des Clubbesitzers, eine „Schau“ zu machen, mündete in wüsten Bühnenauftritten, die das Publikum anlockten und die Band zum angesagtesten Geheimtipp der Großen Freiheit machen.
In Hamburg lernen die Beatles die Fotografen Astrid Kirchherr und Jürgen Vollmer sowie den angehenden Künstler Klaus Voormann kennen, die später den Stil und das Auftreten der Gruppe in Bezug auf Kleidung und Frisuren („Pilzkopf“, engl.
moptop) entscheidend prägten. Zudem war Kirchherr, die sich besonders mit dem zurückhaltenden Bassisten Sutcliffe anfreundete, die erste, die die Band im Rahmen professioneller Fotoaufnahmen ablichtete. Der Beatles-Haarschnitt, die sogenannte „Pilzkopf“-Frisur, wurde von dem deutschen Fotografen Jürgen Vollmer kreiert. Er selbst hatte sich diese Frisur geschnitten, lange bevor ihn Astrid Kirchherr und Klaus Voormann kennenlernten. In der Paul McCartney-Biografie
Many years from now von Barry Miles wird McCartney wie folgt zitiert:
Auch in einem von John Lennon 1967 gegebenem Interview – zitiert in
The Beatles Anthology – heißt es:
Vollmer erinnerte sich in einem Interview an das Treffen mit Lennon und McCartney im September 1961:
Weil der Indra Club wegen Ruhestörung geschlossen werden musste, zogen die Beatles Anfang Oktober in den Kaiserkeller um. Hier trat auch die ebenfalls aus Liverpool stammende Gruppe Rory Storm & the Hurricanes mit ihrem Schlagzeuger Ringo Starr auf. Am 15. Oktober 1960 vereinigten sich die beiden Gruppen zu einer privaten Aufnahme des Titels
Summertime in einem kleinen Studio an der Kirchenallee. Im Laufe der Jahre gingen allerdings alle neun gepressten Platten dieser ersten gemeinsamen Produktion von Lennon, McCartney, Harrison und Starr verloren.
Ende November mussten die Beatles wegen der Minderjährigkeit von George Harrison (der zu diesem Zeitpunkt erst 17 Jahre alt war) und einer angeblichen Brandstiftung durch Paul McCartney und Pete Best Deutschland verlassen. Nur Stuart Sutcliffe blieb bei seiner Freundin Astrid Kirchherr in Hamburg, wo er am 10. April 1962 im Alter von nur 21 Jahren an einer Hirnblutung starb. In den folgenden zwei Jahren absolvierten die Beatles noch vier weitere Spielzeiten in der Hansestadt, davon eine im Top Ten Club, die restlichen im renommierten Star-Club.
Am 27. Dezember 1960 spielten die Beatles ein Konzert in der Liverpooler Litherland Town Hall, bei dem die Gruppe ihren Status als „beste Band der Stadt“ festigte und erste Anzeichen der aufkommenden Popularität zu spüren bekam. Bei diesem Auftritt wurde Sutcliffe durch den Studenten Chas Newby vertreten. Wenig später übernahm Paul McCartney endgültig die Rolle des Bassisten, und die Beatles wurden zu einer Vier-Mann-Band.
Die nachhaltige Wirkung ihres Konzertes in der Litherland Town Hall ermöglichte den Beatles Auftritte in zahlreichen Clubs von Liverpool und die damit verbundene Steigerung ihres Bekanntheitsgrades. Am 9. Februar 1961 feierten Lennon, McCartney, Harrison und Best ihr Debüt im Cavern Club, einem rauchig-düsteren Kellerlokal in der Mathew Street, das schnell zum Stammlokal der Gruppe wurde und heute durch 292 nachgewiesene
Auftritte einen Kultstatus innehat.
Während ihres zweiten Deutschland-Aufenthaltes begleiteten die Beatles im Juni 1961 den britischen Sänger Tony Sheridan bei einigen Aufnahmen für die Plattenfirma Polydor in der Friedrich-Ebert-Halle, darunter befanden sich die Stücke
My Bonnie,
Ain’t She Sweet und das Harrison/Lennon-Instrumentalstück
Cry for a Shadow. Diese ersten professionellen Aufnahmen der Gruppe (später auf den deutschen Veröffentlichungen als
Beat Brothers bezeichnet) wurden von dem deutschen Komponisten und Bandleader Bert Kaempfert produziert.
Brian Epstein und George Martin (1961–1962)
Am 28. Oktober 1961 beauftragte ein Kunde Brian Epstein, den Liverpooler Geschäftsführer der Plattenfirma NEMS, ein Exemplar der in Deutschland erschienenen Tony Sheridan/Beatles-Single
My Bonnie zu beschaffen. Nach weiteren Anfragen recherchierte Epstein nach dem Aufenthaltsort der Gruppe. Am 9. November 1961 besuchte er mit seinem Assistenten Alistair Taylor ein Beatles-Konzert im Cavern Club. Er war beeindruckt von der Ausstrahlung der Bandmitglieder und bot ihnen einige Wochen später an sie zu managen. Die Übernahme des Managements durch Brian Epstein bedeutete für John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Pete Best, die bisher in Lederkluft und ohne festes Programm aufgetreten waren, weitreichende Stilveränderungen. Epstein bestand auf ordentlichen Anzügen, einem festen Bühnenprogramm und angemessenem Verhalten auf der Bühne. Am 9. Dezember 1961 gaben die Beatles im Palais Ballroom von Aldershot vor gerade mal achtzehn Zuschauern ihr Südengland-Debüt.
Brian Epstein ermöglichte den Beatles einen Vorspieltermin bei der Plattenfirma Decca in London, wo die Gruppe am 1. Januar 1962 fünfzehn Stücke zum Besten gaben (darunter
Money,
Till There Was You und
Besame Mucho). Schließlich entschieden sich die Decca-Geschäftsführer Mike Smith und Dick Rowe aber doch für
Brian Poole & The Tremeloes, da nach ihrer Meinung „Gitarrengruppen aus der Mode kommen“ würden.
Am 7. März 1962 produzierten die Beatles in Manchester zum ersten Mal Stücke für eine Radiosendung der BBC. Drei Monate später, am 6. Juni 1962, stand ein weiterer Vorspieltermin in den Londoner Abbey Road Studios an, bei dem die Gruppe vor den Parlophone-Produzenten George Martin und Ron Richards auftrat. Lennon, McCartney, Harrison und Best spielten
Besame Mucho,
Love Me Do,
P.S. I Love You und
Ask Me Why. Nach dem Vorspielen bot Martin, der eigentlich nach einem Solokünstler mit Begleitgruppe im Stile von Cliff Richard und The Shadows für sein Label gesucht hatte, den Beatles einen Plattenvertrag an.
Kurz vor den ersten Plattenaufnahmen entließen die Beatles überraschend den beim Publikum beliebten Schlagzeuger Pete Best und ersetzten ihn durch Ringo Starr, der mit seiner Gruppe Rory Storm & the Hurricanes gerade in Skegness aufgetreten war. Die Gründe für die Trennung von Best wurden nie vollständig geklärt. Der Schlagzeuger war wegen mangelnder Kontaktfreudigkeit wohl eher ein Außenseiter innerhalb der Band, zudem hatte sich George Martin nach den ersten Probeaufnahmen ebenfalls für einen Wechsel ausgesprochen. Das erste gemeinsame Konzert von Lennon, McCartney, Harrison und Starr fand am 18. August 1962 in der Hulme Hall von Birkenhead statt.
Am 22. August 1962 wurden die Beatles bei einem Auftritt im Cavern Club von einem Granada-TV-Team gefilmt – der erste Fernsehauftritt der Gruppe. Zu Silvester spielte die Gruppe ihr letztes Konzert im Star-Club in Hamburg.
Der Durchbruch (1962–1964)
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Starr, 2007]
Am 5. Oktober 1962 erschien mit
Love Me Do die erste offizielle Single der Beatles in Großbritannien. Ringo Starr war zunächst bei der Aufnahme von Produzent George Martin durch den erfahrenen Studiomusiker Andy White ersetzt worden, um den Schlagzeugteil einzuspielen. Letztlich erklärte Martin sich dann aber doch mit Ringo Starrs Beitrag einverstanden.
Love Me Do, eine Eigenkomposition, die John Lennon und Paul McCartney gegen das von Martin favorisierte
How Do You Do It durchgesetzt hatten, stieg bis auf Rang 17 der britischen UK Top 40. Die zweite Single
Please Please Me wurde am 11. Januar 1963 veröffentlicht und schaffte es bis auf Rang 2 der UK-Hitlisten.
Die Erfolge ihrer ersten Platten und die daraus resultierenden Radio- und Fernsehauftritte ermöglichten den Beatles zunehmend Gastspiele auch außerhalb des Einzugsgebietes Liverpools. Die neuen Roadmanager Neil Aspinall – ein alter Freund von Paul McCartney – und Malcolm „Mal“ Evans, der ehemalige Türsteher des Cavern Club, transportierten die Gruppenmitglieder mit ihren Instrumenten in einem gebraucht erstandenen Kleinbus zu ihren Auftrittsorten.
Am 2. Februar 1963 starteten die Beatles im Gaumont von Bradford als Vorgruppe der 16-jährigen Sängerin Helen Shapiro ihre erste professionelle Tournee durch Großbritannien. Mit dabei waren auch Dave Allen, Danny Williams und Kenny Lynch. Die zweite Tour zeigte die Band vom 9. März an neben Tommy Roe und Chris Montez. Nach ersten Zuschauerreaktionen wurden die Beatles bereits einen Tag später als Hauptgruppe angekündigt. Es folgen hochkarätige Auftritte bei der Show
Swinging Sound in der Londoner Royal Albert Hall (18. April 1963) und vor 10.000 Zuschauern im Rahmen des
NME-Poll-Winners-Konzerts im Empire Pool von Wembley (21. April 1963).
Das erste offizielle Beatles-Album
Please Please Me erschien am 22. März 1963. Lennon, McCartney, Harrison und Starr hatten die LP am 11. Februar innerhalb von nur zwölf Stunden in den Abbey-Road-Studios aufgenommen und dabei vorwiegend Stücke aus ihrem Live-Repertoire verwendet, darunter
I Saw Her Standing There,
Do You Want to Know a Secret und
Twist and Shout.
Please Please Me stieg, wie alle folgenden Beatles-LPs bis 1970 (mit Ausnahme von
Yellow Submarine 1969), an die Spitze der britischen Hitlisten.
Die dritte Single
From Me to You erschien am 11. April 1963. Die A-Seite war von John Lennon und Paul McCartney im Tourbus komponiert worden. Die Platte erreichte wenig später mit 650.000 verkauften Exemplaren die Spitze der britischen Hitpararade und stellte den Beginn einer eindrucksvollen Erfolgsserie dar: Bis zum Februar 1967 würden die Beatles mit ihren Singles ohne Ausnahme den ersten Platz der britischen Hitlisten erobern.
Das erste Treffen der Beatles mit den noch eher unbekannten Rolling Stones, die kurz vor der Veröffentlichung ihrer ersten Single stehen, fand am 14. April 1963 im Crawdaddy Club des Londoner Station-Hotels statt. Später überließen John Lennon und Paul McCartney, die sich mit Mick Jagger und Keith Richards angefreundet hatten, der Gruppe ihre Komposition
I Wanna Be Your Man. Der Titel erschien als zweite Single der Rolling Stones und erreichte Platz 12 der britischen Hitparade.
Vom 18. Mai bis zum 9. Juni 1963 absolvierten die Beatles ihre dritte England-Tournee, diesmal an der Seite von Roy Orbison und Gerry & The Pacemakers. Auch Orbison trat nach der ersten Show zugunsten der Beatles als Headliner zurück. Während der Tour erhielt die Gruppe mit
Pop Go To The Beatles eine eigene, wöchentlich ausgestrahlte Radiosendung bei der BBC. Im Juli und August folgten fünf je einwöchige Gastspiele in Ferienorten (u. a. in Margate und Bournemouth).
Wegen der Aufnahmesessions in den Abbey-Road-Studios und den zahlreichen Auftritten in Radiosendungen hatten die Beatles bereits zu Beginn des Jahres ihren Lebensmittelpunkt nach London verschoben. Besuche in Liverpool wurden wegen des eng gestrickten Terminplans immer seltener. Am 3. August 1963 spielte die Gruppe vor 274 Zuschauern ihr letztes Konzert im Cavern Club.
Mit dem stetig steigenden Bekanntheitsgrad machte der Gruppe die ekstatische und zunehmend außer Kontrolle geratende Verehrung seitens der weiblichen Fans zu schaffen, die nach der Veröffentlichung der nächsten Single
She Loves You am 23. August 1963 ungeahnte Ausmaße erreicht. Öffentliche Auftritte gerieten zu Massenveranstaltungen, viele der Konzerttheater konnten nur noch mit starkem Polizeischutz erreicht und wieder verlassen werden.
She Loves You avanciert mit 1,6 Millionen verkauften Exemplaren zur bis dato meistverkauften britischen Single.
Der endgültige Durchbruch gelang den Beatles am 13. Oktober 1963 mit einem Auftritt in der populären ATV-Sendung
Sunday Night At The London Palladium, den fünfzehn Millionen Menschen sahen. Hunderte von kreischenden Fans verursachten ein Verkehrschaos vor dem Theater. Nach ausgiebigen Fernseh-, Radio- und Presseberichten wurde die Hysterie, genannt „Beatlemania“, zum Selbstläufer.
Ende Oktober 1963 absolvierten die Beatles eine kurze Schweden-Tournee, die Auftritte in Stockholm, Borås und Eskilstuna einschloss, dazu Rundfunk- und Fernsehaufnahmen für die örtliche Presse. Nur einen Tag nach ihrer Rückkehr ging die Gruppe am 1. November 1963 erneut auf Großbritannien-Tournee, diesmal von Anfang an als Hauptgruppe. Die teilweise chaotische Tour wurde von starken Polizeikräften begleitet, die den hysterischen Sympathiebekundungen weiblicher Anhänger entgegenwirken sollten. Um den Fans zu entkommen, verkleideten sich die Beatles in Birmingham als Polizisten. In Plymouth gelang die Flucht durch das Kanalsystem der Stadt, während die Polizei auf den Straßen Wasserwerfer einsetzte.
Am 4. November 1963 spielten die Beatles im Rahmen der alljährlichen
Royal Command Performance vor der britischen Königinmutter Elizabeth, Lord Snowdon und Prinzessin Margaret im Londoner Prince of Wales Theatre. Zum Programm gehörten auch Auftritte von Marlene Dietrich und Harry Secombe. Das letzte Stück,
Twist and Shout, kündigte John Lennon mit den Worten an:
Das zweite Beatles-Album
With the Beatles erschien am 22. November 1963. Die LP enthielt neben sieben Coverversionen (u. a.
Roll Over Beethoven von Chuck Berry) die Lennon/McCartney-Stücke
All My Loving und
I Wanna Be Your Man sowie die erste George-Harrison-Komposition
Don’t Bother Me. Am 29. November folgte die Single
I Want to Hold Your Hand, für die es allein in England eine Million Vorbestellungen gab.
[Stannard 1984, S. 21f.]Vom 24. Dezember 1963 bis zum 11. Januar 1964 traten die Beatles im Rahmen einer eigens einstudierten
Christmas Show mit Musik und Sketchen im Londoner Finsbury Park Astoria auf. Mit dabei waren unter anderem Cilla Black und Billy J. Kramer & the Dakotas. Anschließend folgte ein dreiwöchiges Gastspiel im Olympia Theater von Paris, dort allerdings nur als Vorgruppe der damals in Frankreich sehr populären Künstler Trini Lopez und Sylvie Vartan. In den örtlichen Pathé-Marconi-Studios nahmen die Beatles die Stücke
Can’t Buy Me Love sowie
Komm Gib Mir Deine Hand und
Sie Liebt Dich auf, die für eine Veröffentlichung auf dem deutschen Markt gedacht waren.
Amerika und die Welt (1964–1965)
Bereits kurz nach den ersten Erfolgen der Beatles hatte ihr Manager Brian Epstein versucht, die Gruppe auch auf dem US-amerikanischen Markt zu etablieren. Doch die Veröffentlichungen der Singles
Please Please Me,
From Me to You und
She Loves You durch Capitol blieben in den USA weitgehend unbeachtet. Infolgedessen weigerten sich Lennon, McCartney, Harrison und Starr, in den Staaten aufzutreten, bevor dort eine Nummer 1 in der Hitparade verbucht werden konnte. Britische Musiker hatten es diesbezüglich in den USA traditionell immer schwer gehabt. Völlig unerwartet erreichte die Gruppenmitglieder am 17. Januar 1964 in ihrem Pariser Hotelzimmer die Nachricht, dass mit
I Want to Hold Your Hand die Eroberung der Spitzenposition in den US-Hitlisten gelungen war.
Am 7. Februar 1964 landeten die Beatles in einem PanAm-Flugzeug auf dem New Yorker Flughafen, wo sie 5.000 Fans und 200 Journalisten auf dem Rollfeld empfingen. Im Flughafengebäude fand eine große Pressekonferenz statt, die die Gruppe auf eine humorvolle Art und Weise meisterte:
- Q: “Will you sing something?” („Singen Sie etwas für uns?“)
- Lennon: “No, we need money first.” („Nein, nicht ohne vorherige Bezahlung.“)
- Q: “What is the secret of your success?” („Was ist das Geheimnis Ihres Erfolgs?“)
- Starr: “We have a press agent.” („Wir haben einen Pressesprecher.“)
- Q: “What do you think of the campaign in Detroit to stamp out the Beatles?” („Was meinen Sie zur Kampagne in Detroit, die Beatles auszulöschen?“)
- McCartney: “We have a campaign to stamp out Detroit.” („Wir haben eine Kampagne, um Detroit auszulöschen.“)
- Q: “What do you believe is the reason you are the most popular singing group today?” („Was ist Ihrer Meinung der Grund dafür, dass Sie momentan die populärste Musikgruppe sind?“)
- Lennon: “We've no idea. If we did we'd get four long-haired boys, put them together, and become their managers.” („Wir haben keine Ahnung. Wenn wir es wüssten, würden wir vier langhaarige Jungs suchen und sie managen.“)
- Q: “What do you do when you're cooped up in a hotel room between shows?” („Was machen Sie, während Sie im Hotelzimmer auf ihre Auftritte warten?“)
- Harrison: “We ice-skate.” („Wir laufen Schlittschuh.“)
- Q: “How did you find America?” ( sind zwei Deutungen möglich, Lennon antwortete absichtlich auf die vom Fragesteller nichtgemeinte Möglichkeit. „Wie fanden Sie Amerika?“ Frager wollte eigentlich wissen: „Wie gefällt Ihnen Amerika?“
- Lennon: “We went to Greenland and made a left turn.” („Wir sind bei Grönland links abgebogen.“)
Am 9. Februar 1964 traten die Beatles mit fünf Stücken (
All My Loving;
Till There Was You;
She Loves You;
I Saw Her Standing There;
I Want to Hold Your Hand) in der populären
Ed Sullivan Show auf. 73,7 Millionen Zuschauer an den Fernsehschirmen verfolgten die Live-Sendung.
Während der Show verlas der Moderator Ed Sullivan ein Glückwunschtelegramm von Elvis Presley und dessen Manager Tom Parker. Nach Konzerten in Washington und in der New Yorker Carnegie Hall flog die Gruppe nach Miami Beach (Florida), wo während eines Kurzurlaubs ein Treffen mit dem Boxer Cassius Clay stattfand. Nach einem weiteren Auftritt in der
Ed Sullivan Show am 16. Februar kehrten die Beatles am 22. Februar 1964 nach London zurück.
Bis heute unerreicht war die musikalische Dominanz, mit der die Beatles im April 1964 die Hitlisten beherrschten: In den USA besetzten sie am 4. April
[John C. Winn: Way Beyond Compare: The Beatles’ Recorded Legacy, Volume One: 1957-1965. New York: Three Rivers Press, 2008. ISBN 978-0-307-45157-6. S. 106] die ersten fünf Plätze der Single-Hitparade (an der Spitze die am 16. März 1964 mit 1,7 Millionen Vorbestellungen veröffentlichte Single
Can’t Buy Me Love), in Australien waren es sogar die ersten sechs Ränge. Zudem war die Gruppe mit sieben weiteren Stücken in den US-Top 100.
Wegen des anhaltenden Erfolges wurde den Beatles geraten, sich auch im Filmgeschäft zu versuchen. Am 2. März 1964 begannen auf dem Londoner Marylebone-Bahnhof unter der Regie von Richard Lester die Dreharbeiten für die Musikkomödie
Yeah Yeah Yeah (Originaltitel:
A Hard Day’s Night). Das Titelstück
A Hard Day’s Night komponierte John Lennon nach einer von Ringo Starr erfundenen Redewendung: Jener ging nach einem langen Arbeitstag aus dem Aufnahmestudio und wollte sagen „It’s been a hard day“, doch noch während er es sagte, bemerkte er, dass es bereits dunkel war und fügte in seiner typischen Art ein „’s night“ an. Der Schwarzweißfilm feierte am 6. Juli 1964 in London Weltpremiere und wurde zu einem Kassenschlager. Am 10. Juli erschienen das dazugehörige Soundtrack-Album, das erstmals nur Kompositionen von Lennon und McCartney enthielt (unter anderem
I Should Have Known Better,
And I Love Her und
If I Fell), und die Single
A Hard Day’s Night.
Nach einem knapp einmonatigen Urlaub gingen die Beatles ab 4. Juni 1964 erstmals auf Welttournee. Da Ringo Starr an einer schweren Mandelentzündung litt, wurde er bei den Auftritten in Europa und Hongkong durch den Session-Schlagzeuger Jimmy Nicol ersetzt. Erst in Sydney traf Starr wieder mit der Band zusammen. In Adelaide wurde die Gruppe von 300.000 Fans in der Innenstadt empfangen – die größte Menschenmenge, die sich bis dato in Australien versammelt hatte.
Am 10. Juli 1964 kehrten die Beatles für die Nordengland-Premiere von
Yeah Yeah Yeah nach Liverpool zurück, wo sie von 203.000 Menschen an den Straßen begrüßt wurden. Zum Ende des Monats war die Gruppe erneut in Schweden zu Gast.
Vom 19. August bis 20. September 1964 absolvierten die Beatles ihre erste große US-Tournee, die einem Triumphzug gleicht. Neben Auftritten in San Francisco, Kansas City, Dallas und New Orleans spielte die Gruppe am 23. August in der Hollywood Bowl von Los Angeles. Am 28. August besuchte Bob Dylan die Band in ihrer Hotel-Suite in New York und führte sie in den Genuss von Marihuana ein.
Nur drei Wochen nach ihrer Rückkehr starteten die Beatles am 9. Oktober 1964 eine weitere, einmonatige Großbritannien-Tournee. Am 23. November wurde die Single
I Feel Fine veröffentlicht. Das Album
Beatles for Sale erschien am 4. Dezember 1964 und offenbarte nach Meinung von Kritikern erste Ermüdungserscheinungen. Nur acht von vierzehn Stücken waren Eigenkompositionen, darunter
Eight Days a Week,
Baby’s in Black und
I’m a Loser. Tatsächlich hatten die vielen Konzerte und anderen Verpflichtungen den vier kaum Zeit gelassen neue Songs zu schreiben, was der Grund für die sechs Cover-Versionen auf dem Album war. Das Jahr endete mit der zweiten Auflage der
Beatles Christmas Show im Londoner Hammersmith Odeon, die 39 Auftritte in drei Wochen beinhaltete.
Am 23. Februar 1965 begannen auf den Bahamas die Dreharbeiten für den zweiten Beatles-Film
Hi-Hi-Hilfe!, diesmal in Farbe. Regisseur war erneut Richard Lester, zu den Nebendarstellern gehören Victor Spinetti und Eleanor Bron. Weitere Aufnahmen entstanden in Obertauern, London und auf dem Salisbury Plain in der Nähe von Stonehenge. Die eher seichte Slapstick-Komödie feierte am 29. Juli 1965 im Beisein von Prinzessin Margaret in London Weltpremiere. Die Single
Help! erschien am 19. Juli, das gleichnamige Soundtrack-Album
Help! (u. a. mit
You’ve Got to Hide Your Love Away,
Another Girl und
You’re Going to Lose that Girl) am 6. August 1965.
Die neunte Beatles-Single
Ticket to Ride wurde am 6. April 1965 veröffentlicht. Zwei Monate später, am 14. Juni produzierte die Gruppe in den Abbey-Road-Studios mit
Yesterday eines ihrer bekanntesten Stücke. Paul McCartney hatte die Ballade mit dem Arbeitstitel
Scrambled Eggs („Rühreier“) nach einer Melodie geschrieben, die ihm eines Tages beim Aufwachen im Haus seiner Freundin Jane Asher eingefallen war. Das als McCartney-Solo aufgenommene und mit Streichern unterlegte Lied wurde nicht als Single, sondern im Rahmen der
Help!-LP und auf einer EP veröffentlicht. Es gehört heute zu den berühmtesten Pop-Stücken der Musikgeschichte.
Vom 20. Juni bis zum 3. Juli 1965 absolvierten die Beatles eine zweiwöchige Europa-Tournee. Nur einen Monat später ging es erneut in die Vereinigten Staaten. Am 15. August 1965 spielte die Gruppe im ausverkauften New Yorker Shea Stadium vor 55.600 Zuschauern (darunter Mick Jagger, Keith Richards, Barbara Bach und Linda Eastman) den größten Live-Auftritt ihrer Karriere. Es war das erste Mal, dass eine Popgruppe in einem offenen Stadion auftrat und die bis dahin größte zahlende Zuschauermenge bei einem Konzert. Der Lärmpegel der weiblichen Fans war während der 30-minütigen Show so hoch, dass weder die Zuschauer noch die Beatles die Musik hören konnten.
Nachdem sich die Beatles während der Tournee bereits mit Stars wie Bob Dylan, Del Shannon, Joan Baez, Peter Fonda und Peter, Paul and Mary getroffen hatten, fand am 27. August 1965 das langerwartete
[Lewisohn 2000, S. 201] Treffen mit ihrem Idol Elvis Presley in dessen Haus in Bel Air statt. Man unterhielt sich und ging schließlich zu einer Jamsession über. Angeblich wurde dabei eine Coverversion von
You’re My World auf Band mitgeschnitten.
Am 12. Juni 1965 gab das britische Königshaus bekannt, dass die Beatles für ihre Verdienste um das Land von Königin Elisabeth II. mit dem MBE-Orden ausgezeichnet werden würden. Mehrere honorierte Kriegsveteranen gaben daraufhin aus Protest ihre Orden zurück. Die Ehrung fand am 26. Oktober 1965 im Londoner Buckingham Palace statt. 4.000 Fans und Journalisten harrten vor dem Gebäude aus.
Neue Klänge und das Ende der Tourneen (1965–1967)
Am 3. Dezember 1965 veröffentlichten die Beatles die Doppel-A-Seiten-Single
We Can Work It Out/
Day Tripper und das Album
Rubber Soul. Die Stücke der LP (unter anderem
Drive My Car,
Nowhere Man,
Girl und
In My Life) lassen erste Anzeichen eines musikalisch-geistigen Reifungsprozesses der Gruppenmitglieder erkennen. Bei
Norwegian Wood (This Bird Has Flown) spielte George Harrison auf einer Sitar, einem indischen Instrument, das er während der Dreharbeiten zu
Hi-Hi-Hilfe! kennenlernte. Paul McCartney steuerte mit
Michelle eine englisch-französische Ballade bei. Zu einigen der Lieder drehen die Beatles erstmals sogenannte „Promofilme“, ein Vorläufer des Musikvideos.
Zur selben Zeit starteten die Beatles ihre sechste und letzte Großbritannien-Tournee (u. a. mit The Moody Blues als Vorgruppe). Während dieser Tour bestritten sie auch den letzten Auftritt in ihrer Heimatstadt Liverpool am 5. Dezember 1965. Viele ihrer Freunde und Verwandten saßen im Publikum.
Am 1. Mai 1966 standen die Beatles im Rahmen des
NME-Poll-Winners-Konzerts zum letzten Mal auf einer britischen Konzertbühne. Einige Aufregung verursachte im Juni 1966 die Veröffentlichung des US-Albums
Yesterday and Today. Das Coverfoto zeigte die Beatles inmitten von rohem Fleisch und zerbrochenen Puppen
(Butcher Cover). Nach scharfen Protesten aus der Öffentlichkeit wurde die LP zurückgezogen und erschien mit einem neuen Cover. Am 10. Juni 1966 kam die Single
Paperback Writer in die Läden.
Vom 24. Juni bis zum 4. Juli 1966 absolvierten die Beatles eine weitere Welt-Tournee, die auch sechs Konzerte an drei Tagen in Deutschland umfasste (München, Essen und – zum letzten Mal am 26. Juni – Hamburg). Für Unfrieden sorgten Proteste von Traditionalisten in Japan, die einen Auftritt der Gruppe in der vorwiegend der Kampfkunst vorbehaltenen Budokan Hall von Tokio ablehnten. In Manila spielte die Gruppe zwei Konzerte vor insgesamt 80.000 Zuschauern. Die Tour endete mit einem Eklat, als Brian Epstein im Namen der Band eine Einladung der philippinischen Diktatoren-Gattin Imelda Marcos zum Abendessen ablehnte. Während der darauffolgenden hastigen Abreise werden die Beatles und ihre Mitarbeiter auf dem Flughafen der Hauptstadt von „Sicherheitskräften“ attackiert. Ringo Starr ging nach einem Kinnhaken zu Boden, ein Chauffeur erlitt einen Rippenbruch.
Die Veröffentlichung der LP
Pet Sounds durch die Beach Boys spornte Lennon und McCartney zu neuen Höchstleistungen an: Am 5. August 1966 erschien das Album
Revolver, mit dem die Beatles in Bezug auf Klang und instrumentaler Bandbreite musikalisches Neuland betraten. Das Cover des Albums wurde von Klaus Voormann, dem Freund aus Hamburger Tagen, gestaltet. Die langwierig ausgefeilten, teilweise auch unter Drogeneinfluss entstandenen Stücke, darunter
Eleanor Rigby,
Good Day Sunshine,
I’m Only Sleeping,
For No One und das psychedelisch angehauchte
Tomorrow Never Knows, waren aufwendig mit klassischen Elementen und Tonbandschleifen aus dem Studio angereichert worden. Gleichzeitig wurde die populäre Single
Yellow Submarine veröffentlicht, ein Kinderlied, das Paul McCartney für den stimmlich etwas eingeschränkten Ringo Starr komponiert hatte. Die Single erreichte in den USA „nur“ Rang 2 der Hitlisten.
Am 12. August 1966 starteten die Beatles in Chicago ihre vierte US-Tournee. Die Vorkommnisse in Asien und die Tatsache, dass durch den enormen Lärmpegel während der Auftritte kaum noch Musik zu hören war, sorgten bei den Gruppenmitgliedern zunehmend für Verdrossenheit. Neue Aufregung entstand durch die Veröffentlichung einer Bemerkung John Lennons aus einem früheren Interview, wonach die Beatles „schon jetzt populärer als Jesus“ wären. Nach nervenaufreibenden Pressekonferenzen, öffentlichen Plattenverbrennungen und Demonstrationen des Ku-Klux-Klans entschloss sich die Gruppe, nicht mehr auf Tournee zu gehen und ihre Arbeit ausschließlich ins Studio zu verlegen. Die Tournee endete am 29. August 1966 mit einem Konzert vor 25.000 Zuhörenden (Eintrittspreis damals fünf US-Dollar) im
Candlestick Park von San Francisco.
Im Herbst 1966 gönnten sich die Beatles einen fast dreimonatigen Urlaub, der einen radikalen Imagewandel nach sich zog. John Lennon wurde in Celle, wo er für den Richard-Lester-Film
Wie ich den Krieg gewann vor der Kamera stand, der Pilzkopf gestutzt. Die Anzüge der Liveshows gehörten der Vergangenheit an und wurden durch farbenfrohe Kleidung ersetzt. Zudem ließen sich die vier Bandmitglieder einen Schnurrbart stehen.
Allen Trennungsgerüchten zum Trotz begann die Gruppe am 24. November 1966 mit den Aufnahmen für ein neues Album. Am 13. Februar 1967 erschien die Doppel-A-Seiten-Single
Strawberry Fields Forever/
Penny Lane, auf der sich die Beatles musikalisch-nostalgisch ihrer Heimatstadt Liverpool widmen. Erstmals seit 1963 erreichte die Platte nicht die Spitze der britischen Hitparade, sondern blieb auf Rang 2 stehen, was darauf zurückzuführen ist, dass die Verkaufszahlen der Single durch zwei geteilt wurden, um somit als zwei einzelne Singles in den britischen Charts geführt werden zu können.
Fünf Monate lang arbeiteten Lennon, McCartney, Harrison und Starr in den Abbey-Road-Studios an ihrer LP
Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band, die als eines der ersten Konzeptalben in die Musikgeschichte einging.
Die unbegrenzt verfügbare Aufnahmezeit ermöglichte es den Beatles, alle Studio-Ressourcen einzusetzen und wochenlang an einzelnen Musik- oder Text-Passagen zu feilen. Es entstanden Stücke wie
With a Little Help from My Friends,
Lucy in the Sky with Diamonds und
When I’m Sixty-Four. An den Aufnahmen zu
A Day in the Life wirkte ein 41-köpfiges Orchester mit. Für das Coverfoto ließen sich die Beatles in Kostümen vor einer Bilderwand berühmter Persönlichkeiten (unter anderem Stan Laurel, Mae West, Bob Dylan, Shirley Temple, Aleister Crowley und Marlon Brando) ablichten. Begleitet von großem Medieninteresse wurde
Sgt. Pepper am 1. Juni 1967 veröffentlicht.
Peace & Revolution (1967–1968)
Nachdem Bob Dylan die Beatles 1964 mit der Droge Marihuana bekannt gemacht hatte, griffen die Gruppenmitglieder im Laufe der Zeit auch zu stärkeren Drogen. John Lennon und George Harrison waren bereits 1965 mit LSD in Kontakt gekommen. Paul McCartney gab im Juni 1967 während eines Fernsehinterviews öffentlichkeitswirksam bekannt, viermal LSD konsumiert zu haben.
Am 25. Juni 1967 traten die Beatles mit der von Lennon komponierten Friedenshymne
All You Need Is Love in der per Satellit weltweit übertragenen BBC-Fernsehsendung
Our World Live auf, die von 400 Millionen Zuschauern gesehen wurde. Zu den Gästen in den Abbey-Road-Studios, wo die Aufnahmen stattfanden, gehörten Mick Jagger, Keith Richards, Eric Clapton, Keith Moon und Marianne Faithfull. Die Single
All You Need Is Love wurde am 7. Juli 1967 veröffentlicht. Sie brachte die Gruppe beiderseits des Atlantiks an die Spitze der Hitparaden zurück.
Ende Juli 1967 verbrachten die Mitglieder der Beatles mit ihren Frauen einen gemeinsamen Urlaub in Griechenland. Die Idee zum Kauf einer privaten Insel und die damit verbundene Einrichtung eines Aufnahmestudios wurde verworfen, nachdem die griechische Regierung den Besuch als Touristenwerbung missbrauchte. Am 19. August 1967 wurde Ringo Starrs zweiter Sohn Jason in London geboren.
Auf Pattie Harrisons Anregung hin besuchten die Beatles am 24. August 1967 einen Vortrag des indischen Gurus Maharishi Mahesh Yogi, der in London für die Techniken der Transzendentalen Meditation warb. Die Gruppe wurde zu einem Einführungs-Wochenende nach Bangor eingeladen. Mit dabei waren auch Mick Jagger und Marianne Faithfull. Während des Kurses erhielten die Beatles die Nachricht, dass ihr Manager Brian Epstein am 27. August 1967 tot in seiner Wohnung aufgefunden worden war.
Schockiert vom Tod ihres Freundes begannen die Beatles am 11. September 1967 mit den Dreharbeiten für ihren dritten Film
Magical Mystery Tour. Die psychedelische Komödie nach einer Idee von Paul McCartney entstand völlig ohne Drehbuch. McCartney übernahm weitgehend die Rolle des Regisseurs, was bei Lennon und Harrison für Verstimmungen sorgte. Das Soundtrack-Album
Magical Mystery Tour (unter anderem mit
The Fool on the Hill und
I Am the Walrus) wurde am 27. November in den USA veröffentlicht. Die Single
Hello, Goodbye erschien bereits am 24. November. Am 26. Dezember 1967 feierte
Magical Mystery Tour im BBC-Fernsehen Weltpremiere, um kurz darauf – als erster Misserfolg – von Presse und Kritikern zerrissen zu werden.
[Lewisohn 2000, S. 239]Mitte Februar 1968 reisten die Beatles mit ihren Frauen nach Rishikesh (Indien), wo ein mehrwöchiger Meditationskurs des Maharishi stattfand. Weitere Teilnehmer waren Mia Farrow, Mike Love und Donovan. Ringo Starr kehrte bereits Anfang März nach England zurück, Paul McCartney folgte drei Wochen später. John Lennon und George Harrison verließen Indien erst Mitte April, nachdem Lennons Freund Yanni „Magic Alex“ Alexis Mardas das Gerücht verbreitet hatte, der Maharishi habe Mia Farrow und andere weibliche Kursteilnehmer sexuell belästigt – ein Gerücht, das von Farrow selbst nie bestätigt wurde und für das sich George Harrison später bei Maharishi entschuldigt haben soll.
Während der Indien-Reise erschien am 15. März 1968 die an den Stil von Fats Domino angelehnte Single
Lady Madonna. Der Aufenthalt in Rishikesh war nach Ansicht von Paul Saltzman, Autor eines Bildbandes über jene Tage, die kreativste Zeit der Beatles: 48 Songs seien in diesen sieben Wochen komponiert worden.
Am 11. Mai 1968 flogen John Lennon und Paul McCartney nach New York, wo sie bei Pressekonferenzen und Fernsehauftritten das neue Beatles-Unternehmen
Apple vorstellen. Der Konzern mit Abteilungen für Musik, Film und Kunst sollte sich vorrangig der Entdeckung und Förderung von Talenten aller Art widmen. In der Folgezeit entwickelte sich Apple jedoch durch den mangelnden Geschäftssinn der Beatles und ihrer Mitarbeiter zum Millionengrab. Bereits im November 1967 war in London eine Apple-Boutique eröffnet worden, die jedoch mangels Einnahmen nach wenigen Monaten geschlossen werden musste. Zu den wenigen Lichtblicken gehörten die Entdeckung der Sängerin Mary Hopkin und der Gruppe Badfinger durch Paul McCartney.
Die fortschreitende Liebesbeziehung John Lennons zu Yoko Ono – er hatte die japanische Avantgarde-Künstlerin am 9. November 1966 bei einer ihrer Londoner Ausstellungen kennengelernt – führte im Mai 1968 zur Trennung von Ehefrau Cynthia. Die äußerst enge Verbindung des jungen Paares wirkt sich schließlich auch negativ auf die Zusammenarbeit Lennons mit den anderen Beatles aus, da Ono darauf bestand, bei sämtlichen Studio-Aufnahmen der Gruppe anwesend zu sein.
Am 30. Mai 1968 begannen die Beatles mit den Aufnahmen zu einem neuen Album. In Anbetracht der Fülle der in Indien komponierten Stücke entschloss man sich zur Produktion einer Doppel-LP. Die Arbeiten, die wegen des Termindrucks teilweise getrennt stattfanden, wurden von einer zunehmend schlechten Stimmung zwischen den Gruppenmitgliedern geprägt. Neben der offenen Abneigung, die McCartney, Harrison und Starr gegenüber Yoko Ono hegten,
war man sich auch über die Single-Auskopplung des Lennon-Songs
Revolution uneinig. Nach einem heftigen Streit verließ Ringo Starr die Gruppe, konnte aber zur Rückkehr überredet werden. Trotz aller Schwierigkeiten bewerkstelligten die Beatles die Aufnahme von Liedern wie
Back in the USSR,
Ob-La-Di, Ob-La-Da,
Dear Prudence,
Helter Skelter und
Happiness Is a Warm Gun. Bei George Harrisons Komposition
While My Guitar Gently Weeps wurde die Gruppe von Eric Clapton unterstützt, der das E-Gitarren-Solo spielte.
Yellow Submarine, ein Zeichentrickfilm, der auf dem gleichnamigen Lied basiert, feierte am 17. Juli 1968 in London Weltpremiere. Das dazugehörige Soundtrack-Album erschien erst am 13. Januar 1969 und ist die einzige Beatles-LP, die nicht die Spitze der Charts erreichte - möglicherweise, weil die zweite Seite des Albums nur Instrumentalmusik im „Klassikstil“ von George Martin enthält.
Mit der Veröffentlichung von
Hey Jude am 26. August 1968 (jetzt auf dem Apple-Label) gelang der Gruppe ein weiterer Welterfolg. Das von Paul McCartney komponierte Stück über die Situation von John Lennons Sohn Julian nach der Trennung seiner Eltern wird zur erfolgreichsten Beatles-Single überhaupt.
[Stannard 1984, S. 62]Am 4. September spielte die Gruppe das Lied in der britischen Fernsehsendung
Frost on Sunday – der letzte gemeinsame Fernsehauftritt der Beatles. Das Album
The Beatles, wegen seines vollständig weißen Covers auch als „White Album“ bekannt, erschien am 22. November 1968. Die ersten Auflagen des Albums waren mit einer fortlaufenden Nummerierung versehen, sodass jedes Cover ein Unikat war.
Am 1. November 1968 veröffentlichte George Harrison sein erstes Soloalbum
Wonderwall Music, das den Soundtrack zum Film
Wonderwall darstellt. Am 12. November folgten John Lennon und Yoko Ono mit ihrer Avantgarde-LP
Two Virgins, die vor allem wegen des Coverbildes, das Lennon und Ono nackt zeigt, für Aufregung sorgte.
Die Trennung (1969–1970)
Am 2. Januar 1969 begannen die Beatles in den Filmstudios von London-Twickenham mit den Dreharbeiten für die Musik-Dokumentation
Get Back (später:
Let It Be). Nach der Idee von Paul McCartney sollte die Gruppe bei der Produktion eines neuen Albums und der Ausarbeitung einer Live-Show von Kameras beobachtet werden. Die Stücke sollten ohne Orchesterbegleitung und Doppelspur-Aufnahmen eingespielt werden. Regisseur war Michael Lindsay-Hogg. Schon nach wenigen Tagen bildeten sich erneut Spannungen zwischen den Bandmitgliedern. Während sich John Lennon zunehmend unbeteiligt zeigte und bei Entscheidungen Yoko Ono für sich sprechen ließ, übernahm Paul McCartney wiederholt die Rolle des Produktionsleiters. George Harrison und Ringo Starr debattierten über das Ausmaß der geplanten Live-Show. Am 10. Januar 1969 verließ Harrison das Aufnahmestudio, nachdem er von McCartney vor laufenden Kameras für sein Gitarrenspiel kritisiert worden war. Nach einem klärenden Gespräch setzten Lennon, McCartney, Harrison und Starr die Dreharbeiten zwölf Tage später in den neu eingerichteten Londoner Apple-Studios fort. Mit dabei war der Keyboarder Billy Preston, der zur Beruhigung der Situation beitrug.
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Savile Row 3, Ort des letzten Live-AuftrittesDer geplante Live-Auftritt fand schließlich am 30. Januar 1969 statt: Auf dem Dach der Apple-Studios in der Londoner Savile Row spielten die Beatles (mit Billy Preston) unter freiem Himmel ihr letztes öffentliches Konzert. Nachdem infolge der gaffenden Passanten ein Verkehrschaos drohte und sich einige Anwohner wegen Ruhestörung belästigt fühlten, wurde die Show nach 42 Minuten von der Polizei abgebrochen. Das Konzert endete mit John Lennons Worten:
Nach dem Ende der Dreharbeiten wurde das
Get Back-Projekt im Februar vorläufig auf Eis gelegt. Am 12. März 1969 heiratete Paul McCartney die Fotografin Linda Eastman in London. Gleichzeitig wurden George und Pattie Harrison von dem Rauschgiftfahnder Norman Pilcher, der im Herbst 1968 bereits John Lennon und Yoko Ono verhaftet hatte, wegen Drogenbesitzes festgenommen und später zu Geldstrafen verurteilt.
John Lennon und Yoko Ono heirateten am 20. März im britischen Konsulat von Gibraltar. Anstatt einer Hochzeitsreise entschloss sich das Paar, eine Woche lang in einem Hotelbett in Amsterdam für den Frieden zu demonstrieren
(Bed-in). Später folgten weitere Friedensproteste, darunter ein weiteres Bed-in in Montreal, mehrere Auftritte in Säcken
(Bagism) und die Rückgabe von Lennons MBE-Orden.
Im Frühling 1969 nahmen die geschäftlichen Probleme der Beatles überhand, als Dick James und dessen Partner Charles Silver ohne Wissen der Gruppenmitglieder ihre Anteile an
Northern Songs Ltd., die die Lennon/McCartney-Kompositionsrechte beinhalten, an die
Associated Television Corporation (ATV) verkaufen. Im Laufe der Bemühungen zu einem Rückkauf stellte sich heraus, dass Paul McCartney seine Anteile ohne das Wissen von John Lennon erhöht hatte. Für zusätzliche Verwicklungen sorgten Lennon, Harrison und Starr am 8. Mai, als sie den Geschäftsmann Allen Klein gegen den Willen von McCartney als neuen Beatles-Manager einsetzten.
Am 11. April 1969 veröffentlichten die Beatles ihre Single
Get Back. Bereits am 29. Mai folgte das ausschließlich von John Lennon und Paul McCartney eingespielte Stück
The Ballad of John and Yoko.
Trotz der persönlichen und geschäftlichen Differenzen begannen die Beatles am 16. April 1969 mit den Aufnahmen für ein neues Album. Durch die von den Gruppenmitgliedern angestrebte Konzentration auf ihre Musik und die von Produzent George Martin unterstützte Rückbesinnung auf die Machart früherer Arbeiten verlief die Produktion weitgehend harmonisch. Unter einer spürbaren sentimentalen Abschiedsstimmung entstehen Klassiker wie
Come Together,
Golden Slumbers,
Oh! Darling,
Octopus’s Garden (eine Komposition von Ringo Starr) und
Here Comes the Sun (Harrison). Am 20. August 1969 waren die Beatles zum letzten Mal zu viert im Studio, und zwei Tage später fanden im Tittenhurst Park die letzten gemeinsamen Fotoaufnahmen statt.
Paul und Linda McCartneys erste Tochter Mary wurde am 29. August 1969 in London geboren.
Am 20. September 1969 unterzeichneten John Lennon, Paul McCartney und Ringo Starr in London einen neuen Tantiemen-Vertrag mit der EMI und Capitol Records. Als McCartney während des Treffens eine Reihe weiterer Beatles-Konzerte vorschlug, erklärte John Lennon seinen Ausstieg aus der Gruppe. Sechs Tage später wurde das Album
Abbey Road, auf dessen berühmten Cover die Beatles den Zebrastreifen der Londoner Abbey Road überquerten, veröffentlicht. Die LP endet nach einem mehrteiligen Medley mit dem Stück
The End, das mit den Worten schließt:
Die Dreharbeiten für den Promofilm zur Single
Something, die am 6. Oktober erschien, und die Aufnahme einer Weihnachtsplatte für die Fanclubs im November gingen bereits getrennt vonstatten.
Nach einer Fernseh- und Presse-Umfrage wurde John Lennon am 2. Dezember 1969 neben John F. Kennedy und Mao Zedong zum
Mann des Jahrzehnts gewählt.
Während sich John Lennon mit seiner Frau Yoko Ono in Dänemark aufhielt, arbeiteten Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr am 3. Januar 1970 in den Abbey Road-Studios an der Harrison-Komposition
I Me Mine. Einen Tag später vollendete McCartney sein Stück
Let It Be, das am 6. März 1970 als Single veröffentlicht wurde. Am 27. März 1970 erschien Ringo Starrs erstes Soloalbum
Sentimental Journey.
Ohne das Wissen von Paul McCartney hatte John Lennon den Produzenten Phil Spector mit der Abmischung der Filmbänder vom Januar 1969 beauftragt. Dieser veränderte den ursprünglichen
Get back-Gedanken einer einfachen Aufnahmetechnik und versetzte die Stücke mit klassischer Begleitung und Gesangsdoppelungen. Im Rahmen dieser Arbeiten fand am 1. April 1970 die letzte Beatles-Aufnahmesitzung statt, als Ringo Starr in den Abbey Road-Studios für drei der Stücke Schlagzeug-Overdubs einspielte. Das Soundtrack-Album wurde schließlich als
Let It Be am 8. Mai 1970 veröffentlicht. Der gleichnamige Film feierte am 20. Mai in London Weltpremiere und wurde ein Jahr später mit einem Oscar für die beste Filmmusik ausgezeichnet.
Am 10. April 1970 schickte Paul McCartney der britischen Presse ein in den Vorab-Exemplaren seiner ersten Solo-LP
McCartney enthaltenes Interview, in dem er die Trennung der Beatles bekanntgab:
- Q: “Are you planning a new album or single with the Beatles?” („Sind neue Veröffentlichungen geplant?“)
- PM: “No.” („Nein.“)
- Q: “Have you any plans for live appearances?” („Sind Live-Auftritte in Planung?“)
- PM: “No.” („Nein.“)
- Q: “Is your break from the Beatles temporary or permanent, due to personal differences or musical ones?” („Trennen Sie sich vorübergehend oder permanent, und liegen der Trennung persönliche oder musikalische Differenzen zugrunde?“)
- PM: “Personal differences, business differences, musical differences, but most of all because I have a better time with my family. Temporary or permanent? I don't know.” („Persönliche, geschäftliche und musikalische Differenzen, aber vor allem damit ich mehr Zeit für meine Familie habe. Vorübergehend oder permanent? Das weiß ich nicht.“)
- Q: “Do you see a time when Lennon/McCartney becomes an active songwriting partnership again?” („Sehen Sie eine Zukunft für die musikalische Zusammenarbeit von ‚Lennon/McCartney‘?“)
- PM: “No.” („Nein.“)
Am gleichen Abend erschien die letzte offizielle Presseerklärung der Beatles:
Die Zeit nach der Trennung (1970–1993)
Nach den Querelen um
Let It Be und Paul McCartneys Alleingang bei der Bekanntgabe der Trennung war das Verhältnis zwischen ihm und den restlichen Beatles zu Beginn der 1970er-Jahre zerrüttet. Keines der Gruppenmitglieder war bei der Weltpremiere des Films anwesend. John Lennon, der das Ende der Beatles in seiner Komposition
God verarbeitete, zerstreute in einem legendären Interview mit Jann Wenner vom Magazin
Rolling Stone jegliche Hoffnungen auf eine baldige Wiedervereinigung. Am 31. Dezember 1970 verklagte McCartney die restlichen Ex-Beatles und
Apple vor dem Londoner High Court auf Beendigung der Geschäftsbeziehungen untereinander. Der Prozess endete am 12. März 1971 zugunsten McCartneys.
Trotz der Beatles-Trennung blieben John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr in den 1970er-Jahren in mehr oder weniger engem Kontakt. Zu einem gemeinsamen Treffen aller vier kam es jedoch nicht mehr.
John Lennon schrieb und produzierte für Ringo Starr dessen Stücke
I’m the Greatest (1973),
Goodnight Vienna (1974) und
Cookin’ (1976). Paul McCartney unterstützte Starr musikalisch bei den Aufnahmen zu
You’re Sixteen und
Six O’Clock (1973) und
Pure Gold (1976). George Harrison arbeitete 1971 mit Lennon an der LP
Imagine und mit Starr an
Ringo (1973) und
Ringo’s Rotogravure (1976). Ringo Starr selbst war auf mehreren Solo-Alben seiner ehemaligen Kollegen vertreten, darunter
John Lennon/Plastic Ono Band (Lennon 1970),
All Things Must Pass (Harrison 1970) und
Living in the Material World (Harrison 1973).
Am schwierigsten gestaltete sich die Beziehung zwischen John Lennon und Paul McCartney. McCartney griff seinen ehemaligen Partner 1971 auf einigen Stücken seines Albums
Ram persönlich an. Lennon konterte seinerseits mit der bösartigen Komposition
How Do You Sleep?. Erst 1972 kam es zu einer Versöhnung. Die enge Freundschaft aus Beatles-Tagen sollte sich jedoch nicht wiederbeleben lassen.
Am 12. Mai 1971 besuchten Paul McCartney und Ringo Starr die Hochzeit von Mick Jagger und Bianca Morena de Macías in Saint-Tropez. Starr spielte am 1. August auf George Harrisons
Konzert für Bangladesch im New Yorker Madison Square Garden.
1972 nahmen Ringo Starr, George Harrison und John Lennon gemeinsam mit Klaus Voormann (Bass) und Billy Preston (Orgel) den Titel
I’m the Greatest auf. Er erscheint 1973 auf dem Solo-Album
Ringo.
Im März des folgenden Jahres nahmen die drei an einer Geschäftsbesprechung von Capitol Records in New York teil. Am 2. April 1973 wurden die äußerst erfolgreichen Greatest-Hits-Alben
The Beatles 1962–1966 und
The Beatles 1967–1970, auch bekannt als „Rotes“ und „Blaues Album“, veröffentlicht. Im Herbst kaufte Ringo Starr das Anwesen
Tittenhurst Park von John Lennon, der mit Ono nach New York gezogen war. Am 2. November verklagten Lennon, Harrison und Starr ihren Ex-Manager Allen Klein wegen der Unterschlagung von Tantiemen-Zahlungen. Der Prozess wurde ein Jahr später zu ihren Gunsten entschieden.
Am 1. April 1974 nahmen John Lennon, Paul McCartney und Ringo Starr an einer Jamsession in einem Strandhaus in Santa Monica (Kalifornien) teil. Mit dabei waren u. a. Keith Moon, Harry Nilsson und Klaus Voormann. Es war das letzte Mal, dass Lennon und McCartney gemeinsam Musik machten. Am 19. Dezember versäumte John Lennon einen gemeinsamen Termin im New Yorker Plaza Hotel, bei dem die Auflösung der Beatles-Geschäftspartnerschaft offiziell besiegelt werden sollte. Er unterzeichnete den Vertrag erst eine Woche später.
Der ehemalige Roadie und enge Beatles-Freund Mal Evans wurde am 4. Januar 1976 in Los Angeles von der Polizei erschossen. Am 26. Januar lief der Beatles-Plattenvertrag mit der EMI endgültig aus. Nach einer Wiederveröffentlichung aller Beatles-Singles in Großbritannien war die Gruppe im April mit 23 Songs in den Top-100-Charts vertreten. Am 24. April, einige Wochen nachdem den Beatles eine siebenstellige Summe für eine Wiedervereinigung angeboten worden war, war Paul McCartney bei John Lennon in dessen Wohnung im New Yorker Dakota-Haus zu Gast. Abends sahen sie sich gemeinsam die NBC-TV-Sendung
Saturday Night Live an, als Moderator Lorne Michaels den Beatles „den tariflichen Mindestlohn“ (ca. 1000 US-Dollar) anbot, wenn sie noch während der Show vorbeikämen. Die beiden hielten die Idee für „cool“, aber entschieden sich dann doch gegen einen spontanen Auftritt.
Einen Tag später kam McCartney erneut zu Besuch, wurde aber von Lennon an der Tür abgewiesen. Es war das letzte Treffen der beiden Musiker.
Am 2. Mai 1977 wurde der Mitschnitt des letzten Beatles-Konzerts im Hamburger Star-Club von 1962 auf einem Album veröffentlicht. Vier Tage später folgte die LP
The Beatles at the Hollywood Bowl, die Live-Aufnahmen aus den Jahren 1964/1965 enthält.
Die Beatles-Parodie
The Rutles – All You Need Is Cash (u. a. mit George Harrison, Eric Idle, Bill Murray, Dan Aykroyd und John Belushi) feierte am 22. März 1978 auf NBC Premiere.
Am 19. Mai 1979 besuchten Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr die Hochzeit von Eric Clapton und Harrisons Ex-Frau Pattie Boyd in Ewhurst (Surrey). Während der Feier spielten die drei Ex-Beatles ein Überraschungskonzert mit mehreren Rock-’n’-Roll-Klassikern. Paul McCartney wurde am 24. Oktober in London als „erfolgreichster Komponist aller Zeiten“ vom Guinness-Buch der Rekorde mit einer Rhodium-Schallplatte ausgezeichnet.
John Lennon und George Harrison besuchten am 28. September 1980 eine Aufführung der Comedy-Truppe Monty Python in der Hollywood Bowl. Am 28. November stimmte Lennon mit seiner Unterschrift einer eidesstattlichen Erklärung zu, die ein einmaliges Beatles-Konzert als Werbekampagne für den geplanten Dokumentarfilm
The Long and Winding Road vorsah.
Am 8. Dezember 1980 wurde der 40-jährige John Lennon, der gerade mit dem Album
Double Fantasy sein musikalisches Comeback gefeiert hatte, vor seinem Haus in New York von dem psychisch gestörten Fan Mark David Chapman erschossen. Paul McCartney (gerade in London), George Harrison (in Henley-on-Thames) und Ringo Starr (auf den Bahamas) wurden telefonisch über den Tod ihres Ex-Partners informiert. Starr flog am 9. Dezember mit seiner Freundin Barbara Bach nach New York und besuchte Yoko Ono und Sean Lennon im Dakota-Haus. Eine Woche später trafen sich die restlichen Ex-Beatles mit Ono im Plaza Hotel, um die geschäftlichen Konsequenzen von Lennons Ermordung zu diskutieren.
Als Ringo Starr am 27. April 1981 die Schauspielerin Barbara Bach in London heiratete, gehörten auch Paul und Linda McCartney sowie George und Olivia Harrison zu den 70 Gästen. Während der Feier traten McCartney, Harrison und Starr mit Harry Nilsson und Ray Cooper als
All-Star-Band auf. Am 11. Mai veröffentlichte George Harrison die John Lennon-Tribut-Single
All Those Years Ago, die musikalische Beiträge von Paul McCartney und Ringo Starr enthält. Starrs Album
Stop and Smell the Roses vom 27. Oktober beinhaltete je zwei McCartney- und Harrison-Kompositionen.
Die am 26. April 1982 veröffentlichte Paul McCartney-LP
Tug of War enthält das John-Lennon-Tribut-Stück
Here Today. Ringo Starr spielte bei
Take It Away Schlagzeug. Am 24. Mai besuchten George Harrison und Ringo Starr die Aufführung des Films
The Cooler (mit Starr und McCartney) auf dem Filmfestival von Cannes. Am 23. Juni spielten Paul McCartney und Ringo Starr ein gemeinsames Konzert vor Fanclub-Mitgliedern in den Elstree Film-Studios in Hertfordshire.
Den möglichen Rückkauf der Firma
Northern Songs erörterten Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr bei einem Treffen am 25. Juli 1983 im Londoner Gore-Hotel. Im September klagten die drei Ex-Beatles gegen eine Veröffentlichung der Beatles-Fan-Club-Weihnachtssingles aus den Jahren 1963 bis 1969. Bei einem weiteren Geschäftstreffen mit Yoko Ono am 1. Dezember wurde über die Zukunft von Apple diskutiert.
Am 25. Oktober 1984 feierte der Paul McCartney-Kinofilm
Give My Regards to Broad Street in New York Weltpremiere. Film und Soundtrack entstanden in enger Zusammenarbeit mit Ringo Starr. Im Dezember verhinderten die drei Ex-Beatles die Veröffentlichung des Albums
The Beatles Sessions, das bisher unveröffentlichte Aufnahmen enthalten hätte.
Im Jahr 1985 flammten die geschäftlichen Auseinandersetzungen zwischen den Ex-Beatles erneut auf. Am 25. Februar wurde Paul McCartney von George Harrison, Ringo Starr und Yoko Ono verklagt, da er angeblich seine Tantiemen-Quoten an den Beatles-Platten heimlich erhöht hatte. Am 10. August kaufte Michael Jackson für 47,5 Millionen Dollar die Rechte an allen 251 Lennon/McCartney-Kompositionen. Der unterlegene Bieter Paul McCartney war entsetzt, da Yoko Ono ihm versichert hatte, ein Angebot von fünf Millionen Dollar würde ausreichen.
Ab dem 26. Februar 1987 wurden sämtliche Beatles-Alben auf CD neu veröffentlicht. Dabei stieg
Sgt. Pepper zum 20-jährigen Jubiläum bis auf Rang 3 der britischen Hitparade. Am 5. Juni traten George Harrison und Ringo Starr gemeinsam bei der
Prince’s Trust Rock Gala in der Londoner Wembley Arena auf. Auf dem am 2. November veröffentlichten Harrison-Album
Cloud Nine, das auch den Beatles-Tribut-Song
When We Was Fab enthält, spielte Starr Schlagzeug.
George Harrison und Ringo Starr nahmen am 20. Januar 1988 an der Einführung der Beatles in die
Rock and Roll Hall of Fame im New Yorker Waldorf-Astoria-Hotel teil. Paul McCartney blieb wegen der andauernden geschäftlichen Differenzen fern. Harrison und Starr gaben mit Bob Dylan, Mick Jagger, Bruce Springsteen und Mike Love ein All-Star-Konzert. Am 8. März wurden die Alben
Past Masters Vol. 1 & 2 veröffentlicht, die eine Zusammenfassung aller Beatles-Singles und EPs enthalten.
Am 8. November 1989 wurden die Plattenfirmen EMI und Capitol dazu verurteilt, 100 Millionen US-Dollar unbeglichene Tantiemen an die Ex-Beatles nachzuzahlen. Ende des Monats enthielt eine Presseerklärung von George Harrison das Zitat, die Beatles würden sich nicht wiedervereinigen „solange John Lennon tot bleibt“.
Im April 1990 wurden vier in den Jahren 1983/1984 entdeckte Asteroiden von der Internationalen Astronomischen Union in
Lennon,
McCartney,
Harrison und
Starr umbenannt. Am 29. Oktober verklagten die Ex-Beatles die aufstrebende Computerfirma Apple wegen unerlaubter Verwendung des Namens ihrer Plattenfirma. Man einigte sich schließlich außergerichtlich, nachdem der Computer-Konzern eidesstattlich versichert, nicht ins Musikgeschäft einzusteigen.
Am 6. April 1992 trat Ringo Starr auf einem von George Harrison organisierten Wohltätigkeitskonzert zugunsten der Meditiations-Organisation Natural Law Party in der Londoner Royal Albert Hall auf. Paul McCartney saß mit seiner Familie im Publikum. Am 8. Oktober trafen sich McCartney, Harrison und Starr mit Yoko Ono zu einer Geschäftsbesprechung in der Londoner MPL-Zentrale.
Anthology (1994–2001)
Bereits 1970 und 1980 hatte es Pläne für eine groß angelegte TV-Dokumentation unter dem Arbeitstitel
The Long and Winding Road gegeben, bei der Neil Aspinall die Geschichte der Beatles aufarbeiten sollte. Kurz vor der Ermordung John Lennons waren die Verhandlungen mit den Ex-Mitgliedern, die als Teil der Werbekampagne sogar einem gemeinsamen Live-Auftritt zugestimmt hatten, weit fortgeschritten. Im Oktober 1987 einigten sich McCartney, Harrison und Starr bei einem Treffen in London schließlich auf eine Verwirklichung des Projekts
The Beatles Anthology, das neben der Fernsehproduktion und einem Buch auch drei Alben und drei neue Singles vorsah. Unter der Regie von Geoff Wonfor begannen im Mai 1992 die Dreharbeiten für die aufwendige Dokumentation, in der die Ex-Beatles in stundenlangen Interviews, die mit Originalton- und -filmaufnahmen untersetzt sind, ihre eigene Geschichte erzählen. Neben Kommentaren der engen Vertrauten George Martin, Neil Aspinall und Derek Taylor wurden auch Archiv-Zitate von John Lennon eingefügt.
Am 19. Januar 1994 wurde John Lennon posthum in Anwesenheit von Paul McCartney und Yoko Ono im New Yorker Waldorf-Astoria-Hotel als Solo-Interpret in die
Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Auf der anschließenden Pressekonferenz bestätigte McCartney die Gerüchte um eine bevorstehende Beatles-Reunion. Ono übergab McCartney vier von Lennon in den 1970er-Jahren angefertigte Demobänder, die bis dato unveröffentlichte Stücke enthielten.
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McCartney, 2004]Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr begannen am 11. Februar 1994 in McCartneys Heimstudio in Peasmarsh (Sussex) mit den Aufnahmen für die erste neue Beatles-Single seit 25 Jahren. Unter der Produktion von Jeff Lynne wurden dabei die neu eingespielten Gesangs- und Instrumental-Spuren mit Hilfe modernster Technik dem digital gesäuberten
Free as a Bird-Demoband von John Lennon hinzugefügt.
Ein Querschnitt der Beatles-Rundfunkaufnahmen aus den Jahren 1963 bis 1965 wurde am 30. November 1994 auf dem Doppel-Album
Live at the BBC veröffentlicht, das die Spitze der britischen Hitparade erreichte. Ringo Starrs Ex-Frau Maureen Cox starb am 30. Dezember im Alter von 48 Jahren in Los Angeles an den Folgen einer Leukämie-Knochentransplantation.
Am 6. Februar 1995 nahm die Gruppe in Peasmarsh die Arbeit zu ihrer zweiten neuen Single
Real Love auf. Die Produktion gestaltete sich diesmal schwieriger, da die Tonqualität des Demobandes katastrophal war. Die Vollendung der weiteren neuen Stücke,
Now and Then und
Grow Old with Me, wurde einen Monat später wegen Meinungsverschiedenheiten abgebrochen.
In Anwesenheit von George Martin begannen die Beatles am 22. Mai 1995 in den Londoner Abbey-Road-Studios mit der Auswahl und Abmischung der Stücke für die geplanten drei
Anthology-Alben, die Outtakes und unveröffentlichte Stücke der Gruppe enthalten sollten. Ihr langjähriger Freund Klaus Voormann wurde mit der Covergestaltung beauftragt. Im Oktober und November fanden Dreharbeiten für die Video-Clips zu
Free as a Bird und
Real Love statt.
Begleitet von einer monströsen Werbekampagne feierte am 19. November 1995 der erste Teil der fünfstündigen Dokumentation
The Beatles Anthology im US-Fernsehen Weltpremiere. Zwei Tage später wurde das Doppel-Album
Anthology 1 mit Titeln aus den Jahren 1958 bis 1964 veröffentlicht. Es erreichte die Spitze der US-Hitparade. Am 4. Dezember kam die Single
Free as a Bird in die Läden, die entgegen allen Erwartungen hinter Michael Jacksons
Earth Song auf Rang 2 der britischen Hitlisten stehen blieb.
Am 4. März 1996 erschien die zweite Comeback-Single
Real Love, die vom britischen BBC-Rundfunk wegen „tontechnischer Gründe“ aus dem Programm verbannt wurde.
Anthology 2 (mit Titeln von 1965 bis 1968) erschien am 18. März und stieg beiderseits des Atlantiks an die Spitze der Hitlisten. Der Beatles-Produzent George Martin wird am 15. Juni zum Ritter geschlagen. Am 7. Oktober erschien die
Anthology auf einer achtteiligen Video-Box.
In einer Presseerklärung gaben McCartney, Harrison und Starr am 17. Oktober 1996 bekannt, dass es keine weiteren gemeinsamen Aufnahmen geben würde. Das am 28. Oktober veröffentlichte Doppel-Album
Anthology 3 (mit Titeln von 1968 bis 1970) erreichte wiederum Rang 1 der US-Hitlisten. Die Beatles sind damit die einzige Gruppe, die zweimal innerhalb von zwölf Monaten drei Mal die Spitze der US-LP-Hitparade erreicht hat. Insgesamt wurde die Gruppe für die dreiteilige
Anthology mit 15 Multi-Platin-Schallplatten und drei Grammy Awards ausgezeichnet.
Am 11. März 1997 wurde Paul McCartney im Londoner Buckingham Palace von Königin Elisabeth II. zum Ritter geschlagen. Zwei Monate später veröffentlichte er das Album
Flaming Pie (benannt nach Lennons Äußerung zur Entstehung des Namens „Beatles“), das musikalische Beiträge von Ringo Starr enthält. McCartney revanchierte sich ein Jahr später bei dessen CD
Vertical Man. Am 14. Oktober besuchten die beiden Ex-Beatles gemeinsam die Weltpremiere von McCartneys Orchesterwerk
Standing Stone in der Royal Albert Hall.
Im Mai 1998 klagten Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr gegen eine Plattenfirma, die den Mitschnitt eines Star-Club-Konzerts der Beatles auf CD veröffentlicht hatte. Am 8. Juni nahmen McCartney, Harrison und Starr in London an der Trauerfeier für Linda McCartney teil, die am 17. April in Tucson (Arizona) ihrem Brustkrebsleiden erlegen war. Am 28. Dezember wurden die Beatles mit einem Stern auf dem
Hollywood Walk of Fame verewigt.
Am 14. September 1999 wurde der digital restaurierte Zeichentrickfilm
Yellow Submarine auf DVD veröffentlicht. Gleichzeitig erschien ein neu zusammengestelltes und abgemischtes Soundtrack-Album. Zum Ende des Jahres wurden die Beatles in einer landesweiten Umfrage unter 600.000 britischen Bürgern zu den
Bedeutendsten Künstlern und zur
Besten Musikgruppe des 20. Jahrhunderts gewählt.
Sgt. Pepper’s gewann die Wahl zum
Besten Album.
Am 30. Dezember wurde George Harrison bei einem Messer-Attentat in seiner Villa in Henley-on-Thames im Brustbereich verletzt.
George Harrison und Ringo Starr waren am 17. September 2000 bei einer Party des Formel 1-Piloten Damon Hill in Hambledon (Surrey) zu Gast, wo sie zusammen mit Leo Sayer ein kurzes Konzert gaben. Am 5. Oktober erschien das Buch
The Beatles Anthology mit den Abschriften der Interviews für die gleichnamige Fernsehdokumentation. Mit dem am 17. November veröffentlichten Greatest Hits-Album
1 kehrten die Beatles noch einmal in 34 Ländern (unter anderem in Deutschland, Großbritannien und den USA) an die Spitze der Charts zurück. Die bestverkaufte CD des Jahres qualifizierte sich allein in der ersten Woche weltweit für 35 Platin-Schallplatten und verkaufte sich bis zum Jahr 2006 über 24 Millionen mal.
Bereits im August/September 1997 hatte sich George Harrison nach der Entfernung eines geschwollenen Lymphknotens in London einer Radium-Strahlentherapie unterzogen. Im Januar 1998 folgte eine Behandlung in der renommierten Mayo Clinic von Rochester (Minnesota). Am 21. März 2001 wurde Harrison mit Verdacht auf Lungenkrebs erneut ins Krankenhaus eingeliefert. Bei der anschließenden Operation wurde ein bösartiges Krebsgeschwür von der Lunge entfernt. Paul McCartney besuchte seinen Ex-Kollegen am 8. Mai während dessen Erholungsurlaubs in der Toskana. Nur eine Woche später diagnostizierten Ärzte der Krebsklinik von Bellinzona einen schweren Hirntumor. Das letzte Treffen von Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr fand am 12. November im University Hospital von Staten Island (New York) statt, wo Harrison mit einer starken Chemotherapie behandelt wurde.
Am 29. November 2001 starb George Harrison im Alter von 58 Jahren in Los Angeles (Kalifornien).
Jüngste Entwicklung (seit 2002)
Paul McCartney und Gerry & The Pacemakers traten am 24. Februar 2002 bei einem Gedenkkonzert für George Harrison im
Empire Theatre von Liverpool auf. Im Juli desselben Jahres nahmen die beiden Ex-Beatles McCartney und Starr mit George Martin an einer Gedenkveranstaltung für Harrison in dessen Haus in Henley-on-Thames teil. Am 29. November wurde in der Londoner Royal Albert Hall das
Concert for George veranstaltet. Mit dabei waren neben Paul McCartney und Ringo Starr u. a. Eric Clapton, Tom Petty, Jeff Lynne, Billy Preston und die Comedy-Truppe Monty Python.
Das am 25. März 2003 veröffentlichte Ringo-Starr-Album
Ringo Rama enthält das George-Harrison-Tribut
Never Without You. Die
Beatles-Anthology-Dokumentation erschien am 31. März in einem 5er-DVD-Set. Am 24. September besuchten Paul McCartney, Ringo Starr und Yoko Ono eine Vorab-Premiere des Films
Concert for George in den Warner Brothers-Studios von Burbank (Kalifornien). Am 17. November erschien unter dem Titel
Let It Be… Naked eine „Roh-Version“ des Beatles-Albums von 1970.
Am 9. September 2004 wurden die Beatles in die
UK Music Hall of Fame aufgenommen. Der ehemalige Quarrymen-Gitarrist Eric Griffiths starb am 29. Januar 2005 im Alter von 64 Jahren in Edinburgh an Magenkrebs. Am 15. Dezember des gleichen Jahres verklagte die Firma Apple Records im Namen der Ex-Beatles den EMI-Konzern wegen Hinterziehung von Beatles-Tantiemen in Höhe von 30 Millionen Pfund.
Nach dem erneuten Aufflammen des Konflikts im Jahr 2003 begann am 29. März 2006 vor dem Londoner High Court der Prozess zwischen der Beatles-Firma Apple Corps und dem gleichnamigen Computer-Konzern. Das Gericht erkannte jedoch nicht an, dass die Elektronik-Firma das von den Beatles entworfene und geschützte Apfel-Logo für Musik verwendet. Das Apple-Logo würde lediglich für Hardware-Programme um einen Online-Musikdienst, jedoch nicht für den Musikverkauf an sich genutzt.
Der ehemalige Beatles-Keyboarder Billy Preston starb am 6. Juni 2006 im Alter von 59 Jahren in Scottsdale (Arizona). Paul McCartney und Ringo Starr besuchten am 30. Juni 2006 die Weltpremiere der in Zusammenarbeit mit dem Cirque du Soleil entstandenen offiziellen Beatles-Musical-Show
Love im
The Mirage von Las Vegas.
Im August 2006 wurde das Album
Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band nach einer BBC-Umfrage zum „besten Album aller Zeiten“ gewählt.
In den Top-Ten dieser Umfrage finden sich drei weitere Beatles-Alben,
Revolver (Rang 6),
Abbey Road (8) und
The Beatles („
Weißes Album“) (10). Die Hörer durften anlässlich der seit 50 Jahren bestehenden Album-Hitparade aus allen Alben wählen, die sich an der Spitzenposition platzieren konnten.
Am 17. November 2006 erschien
Love. Es handelt sich bei diesem Album um neue Abmischungen bekannter Beatles-Stücke durch George Martin und dessen Sohn Giles Martin. Die Grundlage für dieses Album bildet die gleichnamige Show des
Cirque du Soleil in Las Vegas.
Am 5. Februar 2007 verkündete die Aktiengesellschaft Apple Inc. unter der Führung von CEO Steve Jobs, dass sie mit der Beatles-Firma Apple Corps Ltd. einen neuen Vergleich erzielt habe.
Die Apple Inc. ist dem Vergleich zufolge Eigentümerin aller Markenrechte, die mit dem Namen
Apple zu tun haben und wird bestimmte Rechte an die Beatles-Firma lizenzieren.
Finanzielle Details wurden nicht genannt. Bereits im Zuge der Präsentation von Apples markenrechtlich ebenfalls umstrittenen iPhone auf der Macworld Conference & Expo 2007 zeichnete sich ab, dass mit Apple Records zumindest Verhandlungen geführt wurden, da u. a. in Verbindung mit dem Mobiltelefon das Schallplattencover
Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band der Beatles dargestellt wurde, deren Musik bislang nicht über den wettbewerbsrechtlich umstrittenen iTunes-Store zu beziehen ist.
Neil Aspinall zufolge sollen alle dreizehn Alben der Beatles, die 1987 auf CD veröffentlicht wurden, zum gleichen Zeitpunkt bei allen Internetdiensten heruntergeladen werden können. Damit ist die Kompilation
Hey Jude aus dem Jahr 1969 weiterhin nur als Vinyl-Version verfügbar.
Im November 2007 erschien eine Neuveröffentlichung des Films
Help! aus dem Jahr 1965. Der Film wurde in einer Doppel-DVD-Special-Edition veröffentlicht. Ein Making-Of und eine Dokumentation über die Restauration des Films sind unter anderem als Extramaterial enthalten.
Aus Anlass des 40. Jahrestages der Aufnahme des Beatles-Songs
Across the Universe strahlte die NASA am 4. Februar 2008 um 19 Uhr EST (5. Februar 2008, 1 Uhr MEZ) den Song in Richtung Polarstern, Sternbild Ursa Minor (Kleiner Bär), über ihre Madrider – zum
Deep Space-Antennennetz gehörende – Anlage aus. Das Datum markiert drei weitere Ereignisse: 50 Jahre zuvor war die NASA gegründet worden, 45 Jahre zuvor gründete sie das
Deep Space-Projekt, und 40 Jahre zuvor hatten die USA mit
Explorer 1 ihren ersten NASA-Satelliten ausgesetzt. Das als MP3 kodierte, etwa vier Minuten lange Lied benötigt 431 Jahre, bis es im Jahr 2439 die 2,5 Billiarden Kilometer entfernte Polarstern-Region erreicht haben wird.
Geschrieben hatte das Stück John Lennon, der es später als eine seiner besten Kompositionen bezeichnen sollte.
Paul McCartney bat in einer Grußbotschaft an die NASA, seine „Grüße an die Aliens“ zu schicken. Yoko Ono sprach vom „Beginn eines neuen Zeitalters, in dem wir mit Milliarden von Planeten kommunizieren werden“. Beatles-Fans riefen den 4. Februar 2008 zum
Across the Universe Day aus und spielten den Song zum Zeitpunkt der Übertragung weltweit mit. Das Ereignis wurde von der NASA via Internet live übertragen, untermalt mit einem Video, das den Song illustriert.
Bei einem Benefizkonzert der David Lynch Foundation for Consciousness-Based Education and World Peace am 4. April 2009 in der Radio City Music Hall, New York City, betraten Paul McCartney und Ringo Starr zum ersten Mal seit 2002 wieder gemeinsam die Bühne. Das Konzert stand unter dem Motto „Change Begins Within“; mit den Einnahmen will die Stiftung sozial benachteiligten Kindern die Möglichkeit geben, Transzendentale Meditation zu erlernen: jener Meditationstechnik, die die Beatles 1968 im indischen Rishikesh bei Maharishi Mahesh Yogi erlernt hatten. Mit von der Partie: Donovan und Paul Horn (Weggefährten auf der damaligen Indien-Reise), Ben Harper, Sheryl Crow, Pearl Jams Frontmann Eddie Vedder, Moby, Bettye LaVette und Jim James.
[ McCartney and Starr reunite in NYC for meditation. Reuters, 5. April 2009][ Paul, Ringo, Donovan and Mike Love promote TM at Lynch Foundation press conference: the transcripts. Transskript der Pressekonferenz, examiner.com, 3. April 2009][ Paul McCartney & Ringo Starr geben Konzert. sueddeutsche.de, 5. April 2009]Kurz nach dem Benefizkonzert in New York wurde berichtet, dass Paul McCartney und Ringo Starr weiter musikalisch zusammenarbeiten wollen. Noch in diesem Jahr solle ein gemeinsames Album fertig gestellt werden.
[ PAUL AND RINGO GET BACK FOR NEW ALBUM Daily Express, 7. April 2009][ Paul McCartney und Ringo Starr starten Comeback. Gala, 7. April 2009]
Rekorde in der Musik
Die Beatles haben während ihrer musikalischen Karriere eine beachtliche Anzahl von Rekorden aufgestellt, von denen einige bis heute Bestand haben.
Obwohl sie nur über einen Zeitraum von acht Jahren Plattenaufnahmen machten, sind die Beatles die Gruppe mit den meistverkauften Tonträgern der Welt. Laut Angaben ihrer Plattenfirma EMI beläuft sich die Menge der verkauften Einheiten auf ca. 1,3 Milliarden.
Die Beatles haben mehr Multi-Platin-Auszeichnungen erhalten als jeder andere Künstler (13 in den USA).
Die Beatles hatten mehr Nr.-1-Singles als alle anderen Gruppen oder Sänger (22 in den USA, 23 in Australien, 23 in den Niederlanden, 22 in Kanada, 21 in Norwegen, 18 in Schweden, 12 in Deutschland). Einen weiteren Nr.-1-Hit verhinderten die Beatles kurioserweise selbst, da sie
Penny Lane und
Strawberry Fields Forever zusammen als Doppel-A-Single veröffentlichten. Das führte dazu, dass die Verkaufszahlen und die Radioeinsätze zwischen den zwei Songs geteilt wurden. Damit verfehlten sie den Spitzenplatz der UK-Charts.
Die Beatles hatten mehr Nr.-1-Alben als andere Einzelkünstler und Gruppen (19 in den USA und 15 in Großbritannien).
Die Beatles verbrachten die meisten gezählten Wochen auf Platz 1 in den Album-Charts (132 in den USA und 174 in Großbritannien).
Die erfolgreichste erste Woche von Verkäufen für ein Doppel-Album erreichten die Beatles mit
The Beatles Anthology Volume 1. Im Zeitraum vom 21. November bis 28. November 1995 wurde das Album 855.797 mal in den USA verkauft.
[Bruce Spizer: The Beatles on Apple Records. New Orleans: 498 Productions, 2003. ISBN 978-0-9662649-4-4. S. 262]Lennon und McCartney sind die bisher erfolgreichsten Komponisten der Pop-Geschichte mit 28 Nr.-1-Singles in den USA für McCartney und 21 für Lennon (19 Titel wurden gemeinsam geschrieben). Lennon war verantwortlich für 21 Nr.-1-Singles in Großbritannien, und McCartney hatte dort 23 Erfolge (18 Titel wurden gemeinsam geschrieben).
Während der ersten Aprilwoche 1964 hielten die Beatles die ersten fünf Plätze der
Billboard Hot 100, was niemandem zuvor gelungen war. Die fünf Titel waren
Can’t Buy Me Love,
Twist and Shout,
She Loves You,
I Want to Hold Your Hand und
Please Please Me.
In der Woche des 11. April 1964 hielten die Beatles vierzehn Plätze in den
Billboard Hot 100.
Vor den Beatles war neun die höchste Anzahl von Titeln eines Interpreten in den
Hot 100 auf einmal (Elvis Presley, 19. Dezember 1956).
Die Beatles waren die einzigen, die sich selbst zweimal auf dem ersten Platz der
Billboard Hot 100 ablösten. Dieses Kunststück gelang ihnen Anfang des Jahres 1964. Dem Titel
I Want to Hold Your Hand folgte
She Loves You, und nach dieser Single kam
Can’t Buy Me Love auf Platz 1. Boyz II Men, OutKast und Elvis Presley gelang es jeweils einmal, sich selbst direkt mit einem eigenen Titel von Platz 1 abzulösen, aber lediglich den Beatles gelang ein
Three-Peat.
Die Beatles waren die ersten, die ein Lied während einer weltweiten Fernsehübertragung aufgenommen haben. Diese fand unter der Beteiligung von 26 Ländern am 25. Juni 1967 statt und hatte in aller Welt 600 Millionen Zuschauer. Jedes Land lieferte einen Beitrag, so konnte man zum Beispiel eine Geburt in Mexiko miterleben. Und man war dabei, als in England der Song der Beatles
All You Need Is Love live aufgenommen wurde, und zwar im Studio 1 der Abbey Road Studios, wo sie von 1962 bis 1970 die meisten ihrer Titel aufnahmen. Viele Freunde der Beatles sangen am Ende des Songs mit, als dieser langsam ausgeblendet wurde, z. B. Mick Jagger, Keith Richards, Marianne Faithfull, Eric Clapton und Keith Moon.
In den USA wurden sie am 14. Juni 2005 zum sechsten Mal mit einem Diamond Award ausgezeichnet, den die
Recording Industry Association of America (RIAA) für mehr als zehn Millionen in den USA verkaufte Alben verleiht. Die im Jahr 2000 erschienene Greatest-Hits-Compilation
1 hatte diese imposante Zahl vor kurzem überschritten. Das in den USA bestverkaufte Beatles-Album ist noch immer das 1968 erschienene
The Beatles („
White Album“). Insgesamt belaufen sich die Verkäufe von Tonträgern der Beatles in den USA auf 170 Millionen Alben (Stand 2008).
Musikalische Bedeutung
miniatur|Anzüge der Beatles. 2005 im neuen HardRock-Café in NYC.miniatur|hochkant|Höfner-Bass und Gretsch-Gitarreminiatur|Beatlesportraits als Dekoration eines Fahrgeschäfts
Die Beatles werden vielfach als wichtigste Pop-Band der 1960er-Jahre bezeichnet
und haben nahezu alle Genres der Pop-/Rockmusik nachhaltig beeinflusst. Bis zum Jahr 2003 hatten sie ca. 1,3 Milliarden Tonträger verkauft. Anfänglich standen sie namengebend für die Musikrichtung des
Beats. Dies war ein gitarrenlastiger Musikstil, der sich durch schnellen
4/
4-Takt und eingängige Melodien auszeichnete. Seine Bedeutung liegt darin, dass er zum ersten Mal einen eigenständigen Rockstil in Großbritannien etablierte und damit eine musikalische Unabhängigkeit von den US-amerikanischen Vorbildern ermöglichte.
Ab 1964 begannen die Beatles, sich musikalisch weiterzuentwickeln und mit anderen Musikstilen zu experimentieren. So zeigt das Album
Beatles for Sale deutliche Einflüsse aus der Folk- und Country-Musik. Das folgende Album
Help! enthält erstmals Gastmusiker, und zwar – wie nachfolgend regelmäßig – aus dem klassischen Bereich: unter anderem ist mit der Ballade
Yesterday ein Stück zu hören, in dem der Sänger (McCartney) neben seiner Akustikgitarre nur von einem Streichquartett begleitet wird. Auf dem 1965 veröffentlichten Album
Rubber Soul wurden erstmals indische Einflüsse hörbar. Das '66er Album
Revolver beeindruckte durch ein breites Panoptikum unterschiedlichster Pop-Derivate. Darin zeigte sich eine wesentliche Stärke der Beatles: Sie vermochten verschiedenste Geschmäcker zu bedienen, ohne dabei ihren eigenen Charakter zu verlieren. Mit dem Album
Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band von 1967 legten sie eines der ersten Konzeptalben der Popgeschichte vor, das auch von
Pet Sounds der Beach Boys inspiriert ist.
Sgt. Pepper war auch die erste Platte in der Popgeschichte, auf deren Cover die Texte der Lieder abgedruckt waren. Mit der Doppel-LP
The Beatles – wegen des Covers gemeinhin „
White Album“, das „Weiße Album“, genannt – demonstrierten die Beatles noch einmal ihr gesamtes musikalisches Spektrum, unter anderem mit
Helter Skelter, einem der ersten Hard-Rock-Stücke der Rock-Geschichte.
Bedeutung für die Popkultur
Bis zu den Beatles hatten lediglich Frank Sinatra in den 1940er- sowie in den 1950er-Jahren Elvis Presley eine ähnliche Welle der Begeisterung und fanatischen Verehrung losgetreten. Dabei nahmen die Beatles gegenüber den Rolling Stones die Rolle der „braven Jungs“ ein und blieben auch textlich noch recht lange dem harmlosen Schlager treu. Doch im Rahmen der geistigen und gesellschaftlichen Veränderungen der späten 1960er-Jahre änderten die Beatles ihren Stil. Ab 1965 wurden die Texte, inspiriert durch Bob Dylan,
allmählich tiefgründiger und persönlicher. Die Kompositionen und Arrangements wurden zunehmend komplexer.
In Liedern wie
She Said, She Said verarbeiteten sie die ab 1966 gemachten Erfahrungen mit LSD. Sie beschäftigten sich mit indischer Spiritualität und bekannten sich 1967 zu dem Guru Maharishi Mahesh Yogi und seiner Meditationstechnik. Letztlich verstanden es die Beatles meisterhaft, sich den jeweiligen gesellschaftlichen Strömungen anzupassen, ohne sich zu sehr zu exponieren. So experimentierten sie zwar 1967 mit psychedelischen Elementen in der Musik, blieben dabei aber wesentlich gemäßigter als etwa Pink Floyd zur selben Zeit. Nicht zuletzt durch ihre Filme – insbesondere durch
Yellow Submarine (1968) – übten sie einen nachhaltigen Einfluss auf die Popkultur aus und trugen zur Entwicklung des Musikvideos bei, da sie zeitweise kurze Filme speziell für ihre neuen Single-Erscheinungen drehten und diese an die Fernsehsender schickten. Ihre Clips für
Paperback Writer,
Rain,
Strawberry Fields Forever und
Penny Lane waren somit damit die ersten Musikvideos der Popgeschichte, in denen die Band nicht einfach ihren Song spielte, sondern in denen auch andere Dinge passierten. Allerdings waren sie damals noch auf Film aufgenommen und nicht auf Video. Starr und Harrison sagten später dazu, sie hätten diese Filme gedreht, um ihre Titel nicht mehr live in Fernsehstudios präsentieren zu müssen.
Diskografie
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Hauptartikel: Diskografie der Beatles
Auszeichnungen (Auswahl)
- 1964: Zwei Grammy Awards (Best New Artist und A Hard Day’s Night)
- 1965: Silberner Bravo Otto
- 1966: Goldener Bravo Otto
- 1967: Zwei Grammy Awards (Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band)
- 1967: Silberner Bravo Otto
- 1968: Silberner Bravo Otto
- 1969: Silberner Bravo Otto
- 1970: Oscar für den Film Let It Be in der Kategorie Beste Filmmusik
- 1970: Goldener Bravo Otto
- 1996: Ein Grammy Award (Best Music Video The Beatles Anthology)
- 1997: Zwei Grammy Awards (Free As A Bird)
- 2008: Zwei Grammy Awards (LOVE)
Filme
- 1964: Yeah Yeah Yeah (A Hard Day’s Night)
- 1965: Hi-Hi-Hilfe! (Help!)
- 1967: Magical Mystery Tour
- 1968: Yellow Submarine
- 1970: Let It Be
United Artists war für den Kinovertrieb dieser Filme zuständig. Die Soundtracks wurden vom Tochterunternehmen United Artists Records auf den Markt gebracht.
Siehe auch
- Liste der Beatles-Lieder
- Liste der Beatles-Lieder nach Sängern
- Liste der „fünften Beatles“
- Paul is dead (Verschwörungstheorie)
- The Punkles
Literatur
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Weblinks
Einzelnachweise
!Beatles, TheBeatles, TheBeatles, TheBeatles, TheBeatles, The
BeatlesThe BeatlesبيتلزبيتيلزThe BeatlesBitlzBeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesБийтълсদ্য বিটল্সThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesبیتلزThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesNa BeatlesThe Beatlesהביטלסद बीटल्सThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesBeatlesBítlarnirThe BeatlesビートルズThe BeatlesბითლზიThe BeatlesThe Beatles비틀즈The BeatlesThe BeatlesThe BeatlesBeatlesThe BeatlesBeatlesThe BeatlesThe BeatlesБитлсиദി ബീറ്റില്സ്Битлзबीटल्सThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesBeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesБитлзThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesBeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesБитлсиThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe Beatlesபீட்டில்ஸ்เดอะบีทเทิลส์The BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe BeatlesThe Beatlesדי ביטעלס披頭四樂隊The Beatles披頭四